Viviane Miedema, die herausragende Spielerin des niederländischen Nationalteams, verbrachte ihren 26. Geburtstag in Isolation. Die Stürmerin, bei Arsenal Teamkollegin von Lia Wälti und Noelle Maritz, ist an Corona erkrankt und fehlt gegen die Schweiz.
Vor ihrem Zimmer im Teamhotel in Worsley habe es ein Geburtstagsständchen vom ganzen Team gegeben, sagte Trainer Mark Parsons am Samstag, und deutete unter dem Gelächter von Captain Sherida Spitse an, der Event sei leicht eskaliert.
Stammkeeperin verloren
Den Humor haben die Niederländerinnen also nicht verloren, obwohl das Team schon nach 22 Minuten im Startspiel die Nummer-1-Torhüterin Sari van Veenendaal wegen einer Schulterverletzung verlor. Sie wurde durch Daphne van Domselaar ersetzt, die (gegen Schweden und Portugal) bereits dreimal hinter sich greifen musste.
Immerhin: Verteidigerin Aniek Nouwen (Knöchelverletzung) und Mittelfeldspielerin Jackie Groenen (Corona) sind auf dem Weg zurück und bestritten einen Teil des Abschlusstrainings. Ob sie gegen die Schweiz spielen, ist noch ungewiss.
Schlägt Martens erstmals zu?
Im Angriff haben die Niederlande auch ohne Miedema Durchschlagskraft, etwa dank der erfahrenen Lieke Martens vom FC Barcelona oder Daniëlle van de Donk, der gegen Portugal ein Traumtor gelang.
Aus Sicht von Coach Parsons ist eine gute Kommunikation zwischen den Linien auf dem Platz zentral. Das habe unter Druck wie in der 1. Halbzeit gegen Schweden gut geklappt. Gegen die Schweiz, wo den Niederländerinnen ein Remis zum Weiterkommen reicht, werde man versuchen, die eigenen Stärken auszuspielen und Räume zu nutzen.
Für die Schweizer Nati fand Parsons lobende Worte. Es sei ein «interessantes» Team. Bisher sei die Schweiz einheitlich aufgetreten, man sei aber bereit, flexibel auf eine allfällige andere Spielweise zu reagieren.