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Vom Mega- zum Giga-Event Pläne schreiten voran: So sähe die WM mit 64 Teams aus

Die Fifa macht kaum ein Geheimnis daraus, dass die WM noch grösser werden soll. Wir liefern die Antworten auf die wichtigsten Fragen.

Mehrere Personen stehen um eine grosse runde, dekorative Grafik auf einem grünen Fussballfeld.
Legende: Dem Gigantismus scheinen keine Grenzen gesetzt Die ganze Welt müsse von der WM träumen dürfen und «nicht nur Europa und Südamerika», sagt Gianni Infantino. Keystone/AP/Butch Dill

Die Südamerikaner wollen, die Afrikaner wollen, Gianni Infantino will es zumindest prüfen. Das heisst so viel wie: Die WM mit 64 Mannschaften wird mit grösster Wahrscheinlichkeit kommen.

Mehr Plätze bedeuten schliesslich grössere Aussichten für mehr Nationen, an der WM teilzunehmen. Für Infantino bedeutet es mehr Unterstützung von den kleineren Mitgliedsverbänden. Und für die Fifa als Ganzes mehr Geld.

In den USA, Mexiko und Kanada ging gerade eben die erste sogenannte XXL-WM mit erstmals 48 (statt 32) Teams zu Ende, in vier Jahren dürften es gleich nochmals 16 mehr sein. Das bedeutet 128 Matches statt 104 (wie dieses Jahr) oder 64 (wie 2018). Logistisch wird das zum Kraftakt.

Wo findet die WM 2030 statt?

Erstmals findet eine WM in sechs Ländern und auf drei verschiedenen Kontinenten statt. Der Grossteil des Turniers geht in Spanien, Portugal und Marokko über die Bühne. Da jedoch die Weltmeisterschaft 100 Jahre nach der ersten Auflage in Uruguay ihr Jubiläum feiert, wurde jeweils ein Spiel an Argentinien (Buenos Aires), Paraguay (Asuncion) und Uruguay (Montevideo) vergeben.

Wie ist der Ablauf?

Die drei Partien in Südamerika sollen zu Beginn der WM stattfinden, sodass die teilnehmenden Teams nach der anschliessenden Reise nach Europa und Afrika Zeit zur Akklimatisierung haben. Ihr zweites Spiel soll jeweils elf bis zwölf Tage nach dem Auftakt stattfinden. Aktuell ist das Turnier vom 8. Juni bis 21. Juli geplant – dies wäre mit 44 Tagen so schon die längste WM der Geschichte.

Bisher galt eine Ausweitung um weitere 16 Teams als logistisch kaum zu stemmen. So müssten mehr Spiele in Südamerika stattfinden, was zu noch grösseren Reisestrapazen führen würde. Wer in eine Gruppe in Südamerika gelost würde und anschliessend mitten im Turnier nach Europa oder Nordafrika dislozieren müsste – eine Distanz von 9000 bis 10'000 Kilometer Luftlinie über fünf Zeitzonen –, hätte einen gravierenden Wettbewerbsnachteil.

Wo soll gespielt werden?

Aktuell sehen die Planungen sechs Stadien in Marokko, drei in Portugal und elf in Spanien vor. Die grössten Arenen sind das umgebaute Camp Nou in Barcelona mit Platz für mehr als 103'000 Zuschauer sowie das neu gebaute Hassan II Stadion nahe Casablanca, das mit einer Kapazität von 115'000 Besuchern das grösste Fussballstadion der Welt wäre. Mit einer Erweiterung der WM auf 64 Teilnehmer wird es kaum noch Länder geben, die in der Lage wären, ein solches Mega-Turnier alleine auszutragen.

Wie geht es nach der WM 2030 weiter?

Das Turnier auf drei Kontinenten hat eine wichtige fussballpolitische Auswirkung: Durch das Rotationsprinzip konnten sich bei der folgenden WM 2034 keine Gastgeber aus Nord- und Mittelamerika, Europa, Afrika und Südamerika bewerben. Der Weg war frei für Asiens Vertreter Saudi-Arabien, zu dessen Verband Infantino enge Verbindungen pflegt.

Gemäss Rotationsprinzip kämen 2038 einzig Ozeanien und die Concacaf (Nord- und Mittelamerika) in Frage. Die WM könnte nach nur zwölf Jahren in die USA zurückkehren. US-Präsident Donald Trump hatte bereits vor dem Final angekündigt, das Turnier «sofort» wieder in die USA holen zu wollen.

Er wird zwar 2038 nicht mehr Präsident sein und Gianni Infantino (wohl) auch nicht mehr Fifa-Boss. Doch nirgendwo gibt es für den Weltverband so viel Geld zu verdienen wie in Amerika. 15 Milliarden Dollar sollen es in diesem Jahr sein.

SRF zwei, sportlive, 19.7.2026, 19 Uhr ; 

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