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Faktencheck zur Fussball-WM Reagierte Infantino wirklich so kühl auf das spanische Siegestor?

Die Weltmeisterschaft wurde von etlichen Fakes und politischen Debatten begleitet – besonders rund um das Finale.

Am Sonntagabend hat Spanien Argentinien im WM-Final mit 1:0 besiegt. Es war der Höhepunkt eines sechswöchigen Wettbewerbs, der online von zahlreichen Kommentaren, Behauptungen und politischen Diskussionen begleitet wurde.

Zwei Männer schauen auf eine goldene Trophäe auf einem Podest.
Legende: Schon Monate vor Beginn des Turniers geriet der Weltfussballverband Fifa wegen seiner Ticketpreise und der Verleihung eines neuen Friedenspreises an US-Präsident Donald Trump unter heftige Kritik. Imago/Schüler

Mit Beginn des Turniers richtete sich der Fokus wieder weitgehend auf den Fussball. Doch bis zum Schluss kursierten geopolitische Narrative, während sich gefälschte, KI-generierte Inhalte weiter verbreiteten. Wir haben diese Erzählungen und Fakes geprüft – während und vor der WM.

1. Verschwörungstheorien über Fifa-Vertreter und Schiedsrichter

Meinungsverschiedenheiten mit Schiedsrichtern sind in der Welt des Fussballs nichts Neues. Doch bei diesem Turnier gab es eine besonders grosse Menge an KI-generierten und manipulierten digitalen Inhalten, die diesen Theorien mehr Gewicht verliehen als je zuvor.

Ihre Anfragen im Faktencheck

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Illustration eines Computerbildschirms mit einem grossen roten Vergrösserungsglas über dem Wort 'Fake'.
Legende: SRF

Sind Bilder wirklich im Zusammenhang mit einem News-Ereignis entstanden oder zweckentfremdet worden? Ist das süsse Tiervideo aus dem Gruppenchat echt? Und stammt dieses Zitat wirklich von einer Politikerin?

Fake-News und KI-Videos sind omnipräsent und nicht immer einfach durchschaubar. Das Netzwerk Faktencheck von SRF überprüft alle zwei Wochen Ihre Anfragen und unterzieht einige von ihnen einem Faktencheck. Senden Sie hier Ihren Input ein. Hier finden Sie alle Faktenchecks von SRF.

Nach Spaniens WM-Triumph machte ein Foto von Lamine Yamal zusammen mit Final-Schiedsrichter Slavko Vinčić in den sozialen Medien die Runde. In mehreren Beiträgen wurde behauptet, das Spiel sei manipuliert worden und der slowenische Schiedsrichter sei ein Anhänger der spanischen Mannschaft.

Auch Schiedsrichter Letexier am Fake-Pranger

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Bildschirmfoto eines Wikipedia-Artikels
Legende: François Letexier war im Spiel Argentinien gegen Ägypten im Einsatz. Wikipedia (Screenshot)

Auch der französische Schiedsrichter François Letexier sollte mit Fake-Inhalten diskreditiert werden. Im Achtelfinale gelang Argentinien ein spätes Comeback gegen Ägypten. Im Nachgang tauchte auf Letexiers Wikipedia-Seite der Hinweis auf, er sei in einer jüdisch-orthodoxen Familie aufgewachsen. Diese Falschinformation sorgte für Spekulationen und Verschwörungstheorien, wonach entweder Israel das Resultat beeinflusst oder die Fifa für das Weiterkommen Argentiniens gesorgt habe. SRF hat den Fall im Faktencheck analysiert.

Doch das spanische Online-Portal RTVE stellte fest, dass das Bild gefälscht und mit KI erstellt worden war. Eine Reihe von KI-Erkennungswerkzeugen deutete auf eine hohe Wahrscheinlichkeit hin, dass das Bild KI-generiert war. Der eigene Detektor von OpenAI entdeckte ein Wasserzeichen, das bestätigte, dass es zumindest mit OpenAI-Software bearbeitet worden war.

Zwei Personen in einem Umkleideraum, eine in Sportkleidung und die andere in einem schwarzen T-Shirt.
Legende: Das Bild weist auch einige visuelle KI-Fehler auf (markiert). Screenshot RTVE

Ein in den sozialen Medien kursierendes Video zeigt Fifa-Präsident Gianni Infantino, wie er kühl auf ein Tor reagiert. Es soll sich – so die Behauptung – um Infantinos Reaktion auf das spanische Siegtor im WM-Finale gegen Argentinien handeln. RTVE ging der Sache auf den Grund und kam zum Schluss: der nächste Fake. Das Video selbst ist echt, stammt jedoch nicht aus dem WM-Finale.

Ein Fussballspieler in rotem Trikot läuft auf dem Spielfeld, ein Bild mit der Aufschrift 'FALSO' daneben.
Legende: Tatsächlich handelt es sich um einen Ausschnitt aus dem Achtelfinalspiel zwischen Kanada und Marokko, das am 4. Juli ausgetragen wurde. Screenshot RTVE

2. Gefälschte Bilder und Aussagen von Spielern

Während der WM gab es auch zahlreiche manipulierte Inhalte und falsche Behauptungen rund um Spieler und Trainer. Ein Grossteil der Behauptungen, wonach der Wettbewerb manipuliert worden sei, drehte sich um Argentinien. Der Tenor: Die Fifa wolle, dass die Fussballlegende Lionel Messi den Pokal bei seinem wohl letzten WM-Spiel in die Höhe stemmen soll.

Ein Beitrag auf X schrieb dem spanischen Nationaltrainer Luis de la Fuente ein Zitat zu, in dem er angeblich die Schiedsrichterleistung im Finale kritisiert:

Ich bin so glücklich, dass wir gewonnen haben (...) Aber wir müssen über den VAR und den Schiedsrichter sprechen. Ich habe noch nie einen grösseren Raubüberfall gesehen als diesen. Es schien, als wollten sie um jeden Preis, dass Argentinien und Lionel Messi erneut gewinnen.

RTVE ging auch dieser Behauptung nach. Ergebnis: Fake.

Bildschirmfoto eines Tweets mit rot markiertem Text 'FALSO' darüber.
Legende: Witterte der spanische Trainer eine Verschwörung zugunsten von Argentinien? Es existieren keine Aufnahmen, in denen sich Luis de la Fuente öffentlich in dieser Richtung äussert. Screenshot RTVE

Nach dem Sieg Spaniens tauchten auf X und Instagram auch Beiträge auf, in denen behauptet wurde, Pedro Porro und Lamine Yamal hätten während der Feierlichkeiten mit palästinensischen Flaggen auf dem Spielfeld gestanden. Beides war falsch, wie France 24 und VRT berichteten.

3. Echte Bilder, falsche Story

Einige Bilder waren echt, wurden jedoch mit falschen Bildunterschriften versehen. Im Netz kursierten mehrere Beiträge, in denen behauptet wurde, US-Präsident Donald Trump sei aus einem Foto herausretuschiert worden, das der spanische Fussballverband auf seinen Social-Media-Kanälen veröffentlicht hatte. Diese Behauptung war jedoch falsch. Das Bild war weder KI-generiert noch bearbeitet, wie die DW berichtet.

Eine Gruppe von Fussballspielern in roten Trikots posiert mit einem grossen goldenen Pokal im Stadion.
Legende: Zwar stand Trump zunächst neben der Mannschaft, doch wurde er von Fifa-Präsident Infantino weiter zur Seite gedrängt, woraufhin weitere Fotos und Videos aufgenommen wurden. Screenshot DW

Unterdessen kursierten auch ein Video des spanischen Spielers Marc Cucurella, der den WM-Pokal in einem Plastiksack herumträgt. Auch hier gilt: Echtes Bild, falsche Story.

Person in rotem Hemd trägt Plastiktüte mit goldfarbenem Gegenstand.
Legende: Bei genauerem Hinsehen stellte sich heraus, dass es sich tatsächlich um eine Lego-Nachbildung handelt. Lego hat im Rahmen seiner Kollektion zur Weltmeisterschaft 2026 eine Nachbildung der offiziellen Trophäe herausgebracht. Screenshot RTVE

Diskutieren Sie mit:

SRF zwei, 19.07.2026, 21 Uhr

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