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800-m-Läuferin Audrey Werro Semenya-Glückwünsche, Löwenjubel und der Traum vom Weltrekord

Die Schweizer 800-m-Überfliegerin blickt im Interview auf ihre aussergewöhnlichen Leistungen der letzten Tage zurück.

Im Rahmen eines Medientreffs zur Athletissima in Lausanne liess Audrey Werro die letzten Tage Revue passieren. Erst der Paukenschlag mit der drittschnellsten je gelaufenen Zeit über 800 m am Diamond-League-Meeting in Stockholm vor knapp 2 Wochen, dann die Bestätigung beim Meeting in Ostrava am vergangenen Dienstag mit einer erneuten Top-Zeit.

Eine Sportlerin im rosa Outfit posiert lächelnd neben einer digitalen Anzeigetafel mit Blumen in der Hand.
Legende: Und gleich noch ein Meeting-Rekord Audrey Werro beim Wettkampf in Ostrava. imago images/CTK Photo

In Stockholm habe einfach alles zusammengepasst, meinte Werro, das Wetter habe gestimmt, dann sei auch der Rennverlauf optimal gewesen. Die Anwesenheit der britischen Olympiasiegerin Keely Hodgkinson sei zentral gewesen. «Wir konnten uns gegenseitig bis an unsere Grenzen treiben, das war ein wichtiger Faktor, um diese Zeit zu erreichen», sagt Werro. Schliesslich stoppte die Uhr bei 1:53,98 Minuten.

Auch die Bestätigung in Ostrava, als sie eine Zeit von 1:54,45 Minuten lief, sei wichtig gewesen. «Das zeigte, dass dies mein aktuelles Niveau ist. Das gibt mir viel Selbstvertrauen für die Zukunft.»

Eine spezielle Gratulation

Gefeiert hat sie ihre Erfolge jeweils mit einer speziellen Löwen-Jubelpose, in welcher sie «die Krallen» zeigte. Diesen Jubel hat sie nicht etwa Nati-Stürmer Dan Ndoye abgeschaut. Die Geste kommt aus ihrer Kindheit: «Mein Vater sagte mir vor den Wettkämpfen immer, ich solle nicht schüchtern, sondern ein Löwe sein. So habe ich mir den Jubel zur Gewohnheit gemacht.»

Es ist ganz natürlich, dass Zweifel aufkommen, wenn sich Zeiten auf diese Weise verbessern.
Autor: Audrey Werro

Die herausragenden Resultate sind nicht unbemerkt geblieben. Zahlreiche Gratulationen seien nach dem Meeting in Stockholm eingetroffen, berichtet Werro, wobei eine Nachricht besonders herausstach: diejenige von 800-m-Weltmeisterin und -Olympiasiegerin Caster Semenya aus Südafrika. «Sie hat mir auf Instagram geschrieben, um mir zu gratulieren. Das ist unglaublich und hat mich sehr gefreut», so Werro.

Die Zweifler sind nicht weit

Bei einer solchen Leistungsexplosion sind auch die kritischen Stimmen nicht weit. Davon lässt sich Werro nicht aus der Ruhe bringen. «Es ist ganz natürlich, dass Zweifel aufkommen, wenn sich Zeiten auf diese Weise verbessern», zeigt die 22-Jährige Verständnis. Aber in der Schweiz sei die Dopingbekämpfung auf hohem Niveau und man werde regelmässig kontrolliert. Und sowieso: «Ich bin mit mir im Reinen.»

Der Weltrekord ist kein Ziel von mir, sondern eher ein Traum.
Autor: Audrey Werro

Als Grund für die plötzliche Verbesserung gibt Werro an, sich seit kurzem zu 100 Prozent auf die Leichtathletik konzentrieren zu können. Zuvor hatte sie parallel zum Spitzensport noch die Matura abgeschlossen. Nun bleibe mehr Zeit für Training und Regeneration. Wie sich gezeigt hat, hat sich der Fokus auf den Sport gelohnt.

Wie weit geht die Reise?

Nun also die Frage, wie weit die Reise von Werro noch gehen kann. Bis zum Weltrekord, der bei 1:53,28 Minuten steht, aufgestellt von der Tschechin Jarmila Kratochvilova 1983 in München? «Ich möchte mir nicht zu viel Druck machen», sagt Werro. Deshalb sei der Weltrekord «nicht ein Ziel, sondern eher ein Traum von mir».

Das nächste Mal im Einsatz stehen wird Werro beim Diamond-League-Meeting in Paris am 28. Juni. Die Bahn gilt als besonders schnell. Eine gute Möglichkeit also, den nächsten Schritt auf dem Weg zum grossen Traum zu machen.

Radio SRF 1, Abendbulletin, 19.06.2026, 18:45 Uhr ; 

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