Zum Inhalt springen

Header

Video
Das komplette Gespräch mit Mujinga Kambundji im «sportpanorama»
Aus sportpanorama vom 19.09.2021.
abspielen
Inhalt

Erfolgsrezept der Sprinterin Kambundji braucht nicht die Ellbogen, aber das Nervenflattern

Die Berner Sprinterin Mujinga Kambundji hat im «sportpanorama» ihre überragende Saison resümiert und weitere Fortschritte angekündigt.

Mujinga Kambundji stieg im Frühling ohne Anhaltspunkte in die Freiluft-Saison 2021. Eine Mittelfussfraktur im letzten Dezember infolge eines Misstritts reihte sich damals nahtlos ein in ein durchseuchtes Karriere-Jahr und behinderte ihre Vorbereitung.

Die 29-Jährige musste sämtliche Hallen-Wettkämpfe absagen. Dabei hatte sie sich sehr darauf gefreut, nach langer Geduldsprobe sehnte sie die Rückkehr zur Normalität herbei. Vor allem vermisste Kambundji «die Sicherheit, die einem eine Hallensaison gibt».

Motzen auf hohem Niveau

Gut 9 Monate nach dem jüngsten Rückschlag blickte die Berner Sprinterin im «sportpanorama» auf eine Traumsaison zurück. Der Vorstoss in 3 Olympia-Finals über 100 m, 200 m und mit der Staffel ist das Prunkstück.

Video
Kambundjis Saison: Rekorde geknackt und Olympia-Geschichte geschrieben
Aus sportpanorama vom 19.09.2021.
abspielen

Die Ehre als Fahnenträgerin zum Startschuss und dann 8 Rennen in 8 Tagen: Bei den Sommerspielen in Tokio fühlte sich Kambundji wie in einer Endlosschlaufe. «Ich war ständig im Aufwärmraum und bin von Rennen zu Rennen gehetzt.» Zeit, um ihre Gedanken zu sortieren, blieb keine.

Damals war das Ausland der richtige Schritt. Mittlerweile bin ich sehr froh, mehr zu Hause sein zu können.
Autor: Mujinga Kambundji

Erst im Nachhinein setzte sich die WM-Dritte von 2019 über die halbe Bahnrunde mit ihren Leistungen auseinander. «In den Final-Rennen gab es hintenraus Finessen, die sich optimieren lassen. Aber das ist Motzen auf hohem Niveau», bilanziert sie lächelnd.

Der Kopf soll frei sein von Zahlen

Kambundji ist davon überzeugt, dass sie den Zenit noch nicht erreicht, das Potenzial noch nicht ausgeschöpft hat. «Es ist definitiv mehr möglich. Ich möchte mich aber nicht auf eine Zeit fixieren – überhaupt habe ich nicht gerne Zahlen im Kopf.» Lieber werde sie getragen von einem guten Körpergefühl.

Auf zwei Punkte will die Schweizer Vorzeige-Leichtathletin weiterhin vertrauen ...

  • ... auf ihr Umfeld

So kommt – etwa im Gegensatz zu ihrer nicht minder erfolgreichen Schweizer Konkurrentin Ajla Del Ponte – zumindest vorerst kein erneuter Wechsel der Trainingsbasis ins Ausland in Frage. «Ich habe das probiert, war lange Jahre in Deutschland, in den Niederlanden und in England. Damals war das der richtige Schritt. Mittlerweile bin ich sehr froh, mehr zu Hause sein zu können und schätze mein gutes Umfeld in nächster Nähe sehr.»

Ständige Veränderungen könnten auch Unruhe verursachen. Neue Anreize seien bei ihr aktuell keine angezeigt. «Was nicht heisst, dass ich mich weiter in vielen Punkten verbessern kann und will», sagt die Athletin von Adrian Rothenbühler.

  • ... auf ihr Naturell

Könnte auf dem weiteren Weg nach oben nicht helfen, die Ellbogen manchmal etwas stärker einzusetzen und ein ausgeprägteres Konkurrenzdenken an den Tag zu legen, wollte «sportpanorama»-Moderator Sascha Ruefer von Kambundji wissen. Ihre Antwort: «Wir betreiben eine Sportart ohne Körperkontakt. Da muss ich nicht ellbögeln, sondern einfach mein eigenes Rennen durchziehen. Hingegen verpassen mir meine Vorfreude und Nervosität, die ungebrochen gross sind, einen Extra-Kick.»

Video
Kambundji über die Staffel: «Unser Niveau steigt sukzessive – das Podest kommt bald»
Aus sportpanorama vom 19.09.2021.
abspielen

SRF zwei, «sportpanorama», 19.09.2021 18:00 Uhr;

Meistgelesene Artikel

Nach links scrollen Nach rechts scrollen