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Alex Wilson überrascht in Georgia
Aus Sport-Clip vom 19.07.2021.
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Nach Fabelzeit des Sprinters Wilson-Berater Hediger: «Auch wir stellen uns Fragen»

Nach der erstaunlichen Leistung von Sprinter Alex Wilson in Atlanta häufen sich Zweifel an der Zeitmessung.

Für Rana Reider war die Sache bereits am Sonntagabend klar. «Wir wissen zu 100 Prozent, dass es nicht möglich ist», twitterte der angesehene amerikanische Leichtathletik-Trainer. Reider zweifelte die von Alex Wilson gelaufene Zeit von 9,84 Sekunden über 100 m öffentlich an – und ist damit nicht der Einzige.

Swiss Athletics hat gezögert

Auch der Sportler selbst sowie sein Berater und Freund Andreas Hediger, Co-Direktor des Weltklasse-Meetings in Zürich, können die gelaufenen Zeiten kaum fassen. «Direkt nach dem Rennen dachte Alex, dass er vielleicht 10,10 oder bestenfalls 10,00 gelaufen ist, aber nie so schnell wie die Leistung, die auf der Uhr und in den Resultaten gezeigt wurde», sagte Hediger gegenüber Keystone-SDA.

«Ich selbst stelle mir bei diesen Auftritten die gleichen Fragen wie ihr Journalisten. Der Athlet sah sich selbst nicht in so guter Form, auch wenn er sich gut vorbereitet hatte. Aber auf dem Ergebniszettel stehen 9,84 über die 100 m und 19,89 über die 200 m», sagte Hediger.

Swiss Athletics sagte am Montag gegenüber Keystone-SDA, dass man gezögert habe, diese Ergebnisse zu verkünden. Aber nach Überprüfung der Liste im Internet entschied der Verband, sie als zwei Schweizer Rekorde und einen Europarekord «vorbehaltlich der Homologation» (in den 100 m) zu verkünden.

Audio
Wilson läuft eine Fabelzeit (Radio SRF 3, Nachrichten, 19.7.2021, 7:30 Uhr)
00:30 min
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Überprüfung im Gange

Man habe nun von den Organisatoren des Meetings zumindest einen Teil des für die Freigabe der Zeiten zu analysierenden Materials erhalten, hiess es von Seiten von Swiss Athletics. Der Genehmigungsprozess sei im Gange.

Wilsons Fabelzeiten sind vor allem deshalb so streitbar, weil er sie an einem kleinen Provinztreffen in der Nähe von Atlanta mit sehr ländlichem Charakter lief. Fraglich ist beispielsweise, ob ein sogenanntes Start Information System eingesetzt wurde, welches einen Frühstart erkennen würde.

Derzeit schreiben weder World Athletics noch der Europäische Leichtathletikverband auf ihren Websites über das Rennen. World Athletics hat Wilsons Ergebnisse jedoch – zumindest vorerst – in die Statistiken auf seiner Website aufgenommen.

Radio SRF 3, 19.07.2021, 07:30 Uhr;

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14 Kommentare

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  • Kommentar von Ferdi Weibel  (weibel)
    Ich hoffe, Alex Wilson hat sich nicht wirklich auf den "Doping-Coach" Raymond Stewart eingelassen, und ich wünsche Alex Wilson für Tokio viel Erfolg und alles gute. Die Europarekord - Fabelzeit wird s.w nicht homoligiert werden. Falls Alex Wilson dieses Jahr tatsächlich unter 10 Sek laufen kann, wird er uns dies sicher bald in einem ernsthaften Wettbewerb zeigen. Es würde mich für ihn und für Swiss Athletics riesig freuen. Auch wegen der tollen Arbeit, die es in den letzten Jahren geleistet hat
  • Kommentar von Thomas Michel  (Don Thomas)
    Cooler Typ.
    Mag ihm den Rekord gönnen, egal wie lange er hält.
    Wäre selbst gerne 1 Woche lang der Schnellste in ganz Europa:) top story!
  • Kommentar von Felix Meyer  (gegen unwahre Wahrheit)
    Gut zu lesen, es gibt noch eine andere Möglichkeit als verbotene Substanzen. Mir macht es Mühe, wenn sofort auf den Mann oder die Frau gezielt wird. Ob die Zeitmessung falsch war, sollte möglich sein heraus zu finden. Ich hoffe für Alex Wilson, es wird sich bald aufklären. Ach ja und noch etwas wichtiges, es besteht auch hier die Unschuldsvermutung bevor nicht alles geklärt und bewiesen ist. Das bedeutet, bitte etwas mehr Zurückhaltung mit irgendwelchen Vermutungen oder Anschuldigungen.
    1. Antwort von Nunzio DiResta  (Nunzio)
      Und doch ist es ein eindrücklicher Beweis für den Instinkt, der aktuell hinter aussergewöhnlichen Leistungen ein Ausrufezeichen des Zweifels setzt. Für den Sport immer wieder die Unvoreingenommenheit einzufordern, den er auch objektiv gesehen schon lange verspielt hat, das ist in meinen Augen einer Naivität geschuldet, welche das Problem erst so richtig manifestiert.