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Sandra Gasser ist 35 Jahre nach dem Dopingschock längst mit sich im Reinen
Aus Mehr Sport vom 27.07.2022.
abspielen. Laufzeit 2 Minuten 56 Sekunden.
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Rück- & Ausblick zum «Runden» Sandra Gasser und der unerfüllte Wunsch

Sandra Gasser wurde vor 35 Jahren des Dopings überführt. Der mysteriöse Fall lässt die Berner Mittelstrecklerin auch zum 60. Geburtstag nicht los.

Im Jahr 1987 machte sich Sandra Gasser zur vermeintlich ersten Schweizer WM-Medaillengewinnerin in der Freiluft-Leichtathletik. Doch aus dem umjubelten Bronzecoup über 1500 m in Rom wurde wenige Tage später ein Scherbenhaufen: Die extravagante Bernerin war des Dopings überführt worden.

Gasser hatte eine zweijährige Sperre abzusitzen. Die Athletin selbst beteuert ihre Unschuld, weiteren Ungereimtheiten zufolge haftet dem Vorfall bis heute ein fader Beigeschmack an. Im Audio-Beitrag oben wird beschrieben, dass eine Kontrolleurin Urin aus einer Probe verschüttet habe. Der gleiche Fall müsste heute wegen Verfahrensfehlern wohl einen Freispruch nach sich ziehen.

Video
Erste grosse Schweizer Doping-Geschichte: Wie Sandra Gasser WM-Bronze verlor
Aus Sport-Clip vom 27.07.2022.
abspielen. Laufzeit 2 Minuten 16 Sekunden.

Ein Geschenk, das sie nie bekommen wird

Gasser feiert am Mittwoch ihren 60. Geburtstag. Beim Blick zurück auf ihr dunkelstes sportliches Kapitel nach 35 Jahren hätte sie einen einzigen Wunsch offen. «Es wäre cool, wenn die damals Involvierten ihre Schuld zugeben würden», sagt sie und fügt an, «doch ich weiss, dass dieses Geschenk nicht realistisch ist.»

Groll hegt die EM-Dritte von 1990 über 800 m – diesen Podestplatz erzielte sie nach ihrer Rückkehr – heute keinen mehr. Wie man so schön sagt, hat sie sich mit der Situation arrangiert. Sie wollte nicht im Selbstmitleid versinken, zumal andere Leute viel heftigere Schicksalsschläge zu verkraften hätten. Auch lautete ihr Credo: «Nach vorn schauen».

Heute formt sie Talente

Trotzdem muss die frühere Mittelstrecklerin damit leben, dass ihr Name nach wie vor mit Doping in Verbindung gebracht wird. Dieser Tolggen im Heft lasse sich nicht löschen, in diese Schublade sei sie nun einmal gesteckt worden.

Gasser hat in ihrem bewegten Leben längst eine neue Bereicherung mit Berührungspunkten zu ihrer Aktiv-Karriere gefunden. Sie ist Vereinstrainerin beim ST Bern und hat 17 Athletinnen und Athleten im Alter zwischen 16 und 25 Jahren unter ihrer Obhut. Auch an ihrem Geburtstag ist sie zusammen mit ihren Schützlingen auf der Trainingsbahn anzutreffen.

Radio SRF 1, Morgengespräch, 27.07.2022 06:20 Uhr;

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12 Kommentare

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  • Kommentar von Richi Nuttli-Meisel  (Richi Nuttli)
    Es ist unberechtigt wegen einigen schwarzen Schafen alle zu verdächtigen. Die heutigen Testmethoden lassen immer weniger Spielraum für unerkanntes Doping. Wer dies verneint, missachtet all die riesige Arbeit die von dem Dopingkontrolleuren gemacht werden.Wirklich sportliche Leistungen kann nur der beurteilen, der mal selber auf diesem Level trainiert hat. Aussergewöhnliches ist für Gewöhnliche nicht zu verstehen.
  • Kommentar von Roland Gasche  (NachDenker)
    Auch wenn hier einige blauäugig an sauberen Sport glauben, dann lehrt uns doch die Vergangenheit eines Besseren. Beispiele gibt es mehr als genug, auch in der Schweiz. Ich behaupte nicht, dass alle dopen, aber die Fakten zeigen deutlich auf, dass dort wo Doping Leistung steigert, auch gedopt wird. (Radsport, Leichtathletik, Skilanglauf) sind dafür offensichtlich besonders ideale Sportarten, denn es werden immer wieder Athleten:Innen erwischt.
    1. Antwort von Daniel Gion  (dgion)
      @Gasche versucht mit unerlaubten Mitteln sich Vorteile zu verschaffen wird überall gemacht. Es gibt keine idealen Sportarten zum Dopen nur solche in denen ernsthafter gegen Doping vorgegangen wird. Der Fall Fuentes zeigt es wohl am Eindrücklichsten, die Radfahrer wurden gesperrt die Hauptarbeitgeber von Fuentes, die beiden grössten Fussbalclubs Spaniens konnten erreichen das die anderen Proben gerichtlich vernichtet werden mussten...
  • Kommentar von Edouard von Witzleben  (von Witzleben Edouard)
    Alle(!) Medaillengewinner an grossen Meisterschaften oder der Tour de France, Giro etc sind gedoppt, nur noch nicht erwischt! Sonst diese Leistungen gar nicht zu erbringen.
    1. Antwort von Christian Keller  (chk)
      Und ich Idiot dachte immer, man müsse auf srf.ch solche "Verallgemeinerungen, Unterstellungen oder Behauptungen, die sich nicht überprüfen lassen" unterlassen, wenn man keine Quellen hat für diese Märchen. Danke für das Beweisen des Gegenteils. Herr von Witzbold
    2. Antwort von Christian Keller  (chk)
      Fakten sind sowas von 2020, denn im Jahr 2022 kann man eifach seine Meinung als Fakten verbreiten :)