Das Projekt Switzerland 2038, das auch die Paralympischen Spiele beinhaltet, sieht Wettkämpfe in allen Landesteilen vor. Mit diesem dezentralen Ansatz kann die Schweiz Geschichte schreiben: Zum ersten Mal würde keine Stadt oder Region, sondern ein ganzes Land die Spiele durchführen.
10 direkt involvierte Kantone und 14 Gemeinden stünden hinter dem Projekt, das sich nach Möglichkeit auf «bestehende, erstklassige Sportstätten» abstütze, hiess es am Montag in Bern an der Medienkonferenz des Vereins Switzerland 2038. Diesen hatten im November 2023 von den nationalen Wintersportverbänden, von Swiss Olympic und Swiss Paralympic gegründet.
Nichts hat eine vergleichbare Kraft wie der Fixstern einer grossen Sportveranstaltung, die einer ganzen Generation von Athletinnen und Athleten als Leuchtturm dient und die Menschen im ganzen Land inspiriert.
Für das Projekt steht die Schweiz mit dem Internationalen Olympischen Komitee (IOC) in einem engen und vertrauensvollen privilegierten Dialog. Dieser privilegierte Dialog bedeutet, dass die Schweiz ihre Kandidatur bis Ende 2027 exklusiv vorantreiben kann.
Ruth Metzler-Arnold, Präsidentin von Swiss Olympic, sagt: «Die Sportverbände, aus dem Winter- und Sommersport, olympisch und nicht olympisch, wollen Olympische und Paralympische Winterspiele 2038 in der Schweiz. Sie erkennen, welch nachhaltige Wirkung ein solcher Anlass auf den Sport entfaltet. Nichts hat eine vergleichbare Kraft wie der Fixstern einer grossen Sportveranstaltung, die einer ganzen Generation von Athletinnen und Athleten als Leuchtturm dient und die Menschen im ganzen Land – über den Sport hinaus – inspiriert.»
Von Genf bis St. Moritz
Konkret sieht das Projekt als Austragungsorte der rund 120 Wettkämpfe in mehr als einem Dutzend Sportarten Genf, Lausanne, Crans-Montana VS, Engelberg OW, Zürich, Zug, Lugano, Lenzerheide GR und St. Moritz GR vor. Bern ist sowohl für die Eröffnungs- als auch für die Schlusszeremonie vorgesehen.
Finanziert werden soll Olympia 2038 von privater Seite mit Unterstützung der öffentlichen Hand. Das Gesamtbudget über die nächsten 10 Jahre von der Vergabe bis zu den Spielen beläuft sich auf 2,2 Milliarden Franken. 82 Prozent davon sollen von Privaten beigesteuert werden.
Nach 90 Jahren zurück in der Schweiz?
2026 startet der Bundesrat die Vernehmlassung. Danach wird über einen Grundsatz- und Planungsbeschluss entschieden, der anschliessend im Parlament behandelt wird. Vergeben werden die Spiele vom IOC im Jahr 2027.
Bislang fanden Olympische Spiele zweimal in der Schweiz statt: 1928 und 1948 trug jeweils St. Moritz den Grossevent aus. 2006 scheiterte die aussichtsreiche Kandidatur von Sion in der Ausmarchung gegen jene aus Turin.