Zum Inhalt springen

Header

Video
Als der längste Spielerstreik endlich endete
Aus Sport-Clip vom 02.04.2020.
abspielen
Inhalt

Am 2. April 1995 ging's weiter Nach 232 Tagen ist der längste Streik in der MLB Geschichte

Am 2. April vor 25 Jahren endete in der besten Baseball-Liga der Welt ein Streik, der seinesgleichen sucht.

Der Baseball in den USA ruht auch jetzt. In Zeiten des Coronavirus, das das Land mit aller Härte getroffen hat, ist an das Spiel mit dem Eschenholz-Schläger und den harten Lederbällen nicht zu denken. Der Erreger sorgt für eine traurige Premiere: Zum ersten Mal in der 117-jährigen Liga-Geschichte ruht der Betrieb in der Major League Baseball (MLB) wegen einer äusseren Bedrohung.

Selbst zwei Weltkriege, Rassenunruhen, Wirtschaftskrisen oder Terroranschläge wie jene vom 11. September 2001 hatten es nicht geschafft, die Eliteklasse von Amerikas beliebtestem Sport kleinzukriegen.

232 Tage Zwangspause

Die letzte grosse Krise hatte die MLB in den 1990ern durchgemacht. Ein Spielerstreik legte die Liga während über siebeneinhalb Monaten (!) lahm, exakt 232 Tage ging nichts mehr. Der Ausstand hatte am 12. August 1994 begonnen und endete am 2. April 1995. In dieser Phase fielen saisonübergreifend 948 Spiele aus. Zum ersten Mal überhaupt wurden die World Series, der Playoff-Final im Modus best of 7, nicht ausgetragen.

Am 2. April 1995 ging es in der MLB weiter.
Legende: Endlich wieder Baseball Am 2. April 1995 ging es in der MLB weiter. Getty Images

In den USA, dem Land der Statistiken schlechthin, war der finanzielle Schaden schnell quantifiziert.

  • Allein der Ausfall des Saisonendes 1994 hatte für die Klubbesitzer zu Einnahmeverlusten von 280 Millionen Dollar geführt, die Spieler mussten insgesamt auf 150 Millionen Lohn verzichten.
  • Die Hochrechnungen an Defiziten führten zu weiteren Zahlen. Durch den Ausfall sollen beispielsweise über 15 Millionen Biere und rund 8 Millionen Hot Dogs nicht über den Ladentisch gegangen sein.

Grund für den monatelangen Ausfall: das Geld. Die Verhandlungen zwischen der Spielergewerkschaft und den Team-Besitzern waren festgefahren, die Ansichten zu unterschiedlich.

Die Übereinkunft war für uns keine Kapitulation. Die Spieler haben angeboten zurückzukommen, und wir haben angenommen.
Autor: Bud SeligDamaliger Vertreter der Klub-Besitzer

Die Klub-Eigner hatten geplant, die Jahressaläre der Spieler auf durchschnittlich 1,2 Millionen Dollar festzulegen. Damit wollten sich die Stars der Szene nicht zufrieden geben.

Schliesslich beendete die Justiz das für alle Involvierten unbefriedigende Vakuum. Das Berufungsgericht in New York zwang die Team-Oberen, wieder die zuvor geltenden Lohnbedingungen in den Verträgen festzuschreiben.

SRF 1, Tagesschau vom 31.03.20, 19:30 Uhr;

Meistgelesene Artikel

Nach links scrollen Nach rechts scrollen