Zum Inhalt springen
Inhalt

Basketball Sefolosha: «Polizei-Zwischenfall schadete meinem Ruf»

Thabo Sefoloshas Leben ist durch seine zwischenzeitliche Festnahme in New York und seine dabei erlittene Verletzung «in allen Aspekten» tangiert worden. Das erklärte der Westschweizer NBA-Star in einem Interview mit dem US-Sportsender ESPN.

Der Zwischenfall Anfang April habe «Stress für die gesamte Familie» zur Folge gehabt, so Sefolosha, «für meine Eltern in der Schweiz, meine Geschwister, meine Frau». Er habe keine Treppen steigen, die Kinder nicht ins Bett bringen können. «Ausserdem ist mein Ruf in Mitleidenschaft gezogen worden.»

Legende: Video Sefoloshas unsanfte Festnahme (Quelle: TMZ) abspielen. Laufzeit 00:43 Minuten.
Aus Sport-Clip vom 10.04.2015.

Sefolosha war in der Nacht auf den 8. April in New York vor einem Nachtklub wegen angeblichen Widerstands gegen die Staatsgewalt festgenommen worden. Nach seiner Freilassung wurde bei ihm ein gebrochenes Wadenbein und eine Bänderverletzung diagnostiziert, die Saison war für den Guard der Atlanta Hawks beendet.

Ein von der Promi-Newssite TMZ publiziertes Amateurvideo zeigt, wie Sefolosha bei der Festnahme von mehreren Polizeibeamten zu Boden gerungen wurde.

«Wahrheit wird herauskommen»

Zu Details über seine Festnahme und die Verletzungen wollte sich der Romand gegenüber ESPN wegen seiner laufenden Beschwerde gegen das New York City Police Department (NYPD) nicht näher äussern. «Eines Tages wird die Wahrheit herauskommen und ich werde darüber sprechen können», sagte Sefolsoha.

«War immer professionell»

Vorwürfe, wonach es sich für einen NBA-Profi nicht gehöre, um 4 Uhr morgens im Ausgang zu sein, wies Sefolosha zurück. «Natürlich ist die Frage erlaubt. Aber es ist kein Verbrechen auszugehen, nicht einmal um 4 Uhr morgens. Basketball war immer meine erste Priorität und ich habe mich immer professionell verhalten.»

Über Polizei-Methoden besorgt

Sefolosha hofft, dass sein Erlebnis zur öffentlichen Debatte über die Polizei-Methoden in den USA beiträgt. «Was mir passiert ist, kann jedem passieren. Es macht mich traurig, aber es ist ein Thema, über das gesprochen werden muss.»

Er wolle seinen Fall nicht mit den jüngsten Vorfällen in Ferguson, Baltimore und New York vergleichen, wo Afroamerikaner bei Polizei-Interventionen getötet wurden, sagte Sefolosha, der an einer Solidaritätskundgebung für den getöteten Eric Garner («I can’t breathe») teilgenommen hatte. Aber als NBA-Profi habe er eine Plattform, auf die Problematik aufmerksam zu machen.

Sendebezug: Radio SRF 1, 30.5.15, 12:40-Uhr-Bulletin

2 Kommentare

Navigation aufklappen Navigation zuklappen

Sie sind angemeldet als Who ? (whoareyou) (abmelden)

Kommentarfunktion deaktiviert

Uns ist es wichtig, Kommentare möglichst schnell zu sichten und freizugeben. Deshalb ist das Kommentieren bei älteren Artikeln und Sendungen nicht mehr möglich.

  • Kommentar von P. Stalder, Luzern
    Tja, Thabo Sefoloshas muss sich u.a. die Frage gefallen lassen: "Was macht ein NBA-Profi-Spieler am 08. April 2015 morgens um 4:00 Uhr in einer Bar, wenn er GLEICHENTAGS am Abend mit seiner Atlanta Hawks gegen Brooklyn Nets hätte spielen sollen"? Solche "Eskapaden" kommen im Land der "Doppelmoral" gar nicht gut an.....
    Ablehnen den Kommentar ablehnen
  • Kommentar von C. Szabo, Thal
    Die Hautfarbe und die Begleitung, in der man auf die Polizei trifft, ist eben nicht egal. Leider gibt es diese Vorurteile in manchen Teilen der Erde. Die Law & Order Sendungen färben auf viele Menschen ab. Und die allgegenwertige Gewaltbereitschaft gewisser Kreise tut ein Übriges dazu.
    Ablehnen den Kommentar ablehnen