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Untersuchungsbericht zur Rhythmischen Gymnastik belegt Vorwürfe teilweise
Aus Sport-Clip vom 29.01.2021.
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Bericht zu Vorfällen im STV Meldestelle und neues Personal, aber Olympia ausser Reichweite

  • Am Freitag wurde der Untersuchungsbericht zu den Vorfällen in der Rhythmischen Gymnastik publiziert.
  • Sportliche Ambitionen müssten heruntergeschraubt werden, schreibt die beauftragte Anwaltskanzlei Pachmann Rechtsanwälte.
  • Zudem wird ein Neustart mit neuem Personal und Kontrollinstanzen angeregt.

Die sportlichen Zielsetzungen in der Rhythmischen Gymnastik müssen stark redimensioniert werden. Dies bringt der vom Schweizerischen Turnverband in Auftrag gegebene Untersuchungsbericht zutage.

Die anständige und korrekte Behandlung der Gymnastinnen hat höchste Priorität, gleichzeitig müssen Trainerinnen und Funktionäre vor Vorverurteilungen geschützt werden.

«Sich für Olympia zu qualifizieren, ist unter den gegebenen Rahmenbedingungen und mit der aktuellen Infrastruktur nicht realistisch», schreibt die Anwaltskanzlei Pachmann Rechtsanwälte in ihrem Bericht.

Im STV soll sich vieles ändern.
Legende: Im STV soll sich vieles ändern. Freshfocus

Ebenso schlägt die Kanzlei die Einsetzung einer medizinischen Kommission sowie einer nationalen Meldestelle vor und regt einen Neustart des Verbandes mit neuem Personal an. «Die anständige und korrekte Behandlung der Gymnastinnen hat höchste Priorität, gleichzeitig müssen Trainerinnen und Funktionäre vor Vorverurteilungen geschützt werden.»

Neue Direktorin Wertli vor grossen Aufgaben

Der personelle Neustart soll unter der neuen STV-Direktorin Béatrice Wertli vonstattengehen, die Anfang Januar gewählt wurde. Sie ist sich der Schwierigkeit der Aufgabe bewusst: «Wir können die Vergangenheit nicht ungeschehen machen, aber wir können die Zukunft gestalten.»

Wertli wird zusammen mit dem noch zu bestimmenden neuen Chef Spitzensport die Überarbeitung des Spitzensportkonzeptes der Rhythmischen Gymnastik in Angriff nehmen.

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Chronologie der Turbulenzen im Schweizerischen Turnverband
Aus Sport-Clip vom 28.01.2021.
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Viele Veränderungen in kurzer Zeit

Seit sich im Juni einige ehemalige Gymnastinnen an die Öffentlichkeit gewandt und von schweren Verfehlungen sowie physischen und verbalen Übergriffen in der Rhythmischen Gymnastik berichtet hatten, blieb im STV kein Stein auf dem anderen.

  • Das Arbeitsverhältnis mit Felix Stingelin, Chef Spitzensport, wurde in gegenseitigem Einverständnis rückwirkend per Ende Oktober 2020 aufgelöst.
  • Der langjährige Geschäftsführer Ruedi Hediger trat im November zurück.
  • Fabio Corti wurde auf Beginn des Jahres als neuer STV-Präsident und Nachfolger von Erwin Grossenbacher gewählt.

Auch wurden einige im Bericht angesprochene Punkte bereits angestossen:

  • Der Exekutivrat von Swiss Olympic, der Dachverband im Schweizer Sport, hiess an einer Sitzung im November eine nationale unabhängige Meldestelle gut.
  • Auch das eidgenössische Parlament stimmte während der Dezember-Session einer Motion zur Einrichtung einer solchen zu. Diese Meldestelle soll 2022 eingeführt werden.
  • Zudem gründete der STV eine Ethikkommission, die seit November tätig ist.

Ein Bericht über die Vorgänge im Kunstturnen ist noch ausstehend.

Radio SRF 3, Mittagsbulletin vom 29.01.21;

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12 Kommentare

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  • Kommentar von marc rist  (mcrist)
    Hat sich schon jemand die Frage gestellt, ob es diese Allerweltssportart überhaupt braucht?
  • Kommentar von Ernesto Asher Meng  (Ashi Ernesto)
    Das macht mich sehr traurig und nachdenklich.Den betroffenen jungen Frauen oder Teenager wünsche ich viel Energie und erfolgreiche Therapie. Das kann lange dauern,leider. Den Verantwortlichen muss von einem Gericht der Prozess gemacht werde.Hoffe, dass die Verantwortlichen Grösse zeigen und sich bei den Betroffenen entschuldigen. Zustände wie in der DDR damals vor 1989 dürfen nicht in der Schweiz sich wiederholen. Genügende Begleiterinnen sind nötig.
  • Kommentar von Andreas Wiedler  (infonews)
    Menschenrechte und Gesuhdheit stehen zuoberst! In diesem Fall wird es schwierig internationale Wettkämpfe durchzuführen, da Chinesen und Ostblockstaaten und zum Teil sehr ambitionierte Weststaaten sich nicht darum kümmern. Es ist schlicht nicht zu kontrollieren. Das Niveau ist dermassen in die Höhe geschossen, dass ohne sehr hartes Training und Entbehrungen keine Spitzenplätze mehr zu erreichen sind. Das Publikum wollte es so.. hört das Lied von Rainhard Fendrich: "Es lebe der Sport"..