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Vor dem Start in Östersund 3 brennende Fragen vor der neuen Biathlon-Saison

Schlägt der entthronte Martin Fourcade zurück? Wer tritt in Laura Dahlmeiers Ski-Spuren? Was ist von den Schweizern zu erwarten?

Lena Häcki
Legende: Will in der neuen Saison nicht nur hinterherlaufen Lena Häcki. Keystone

Rund 8 Monate nach der WM kehren die Biathleten zurück nach Östersund in Mittelschweden. Die Saison 2019/20 verspricht Spannung. Einerseits, weil der letzte Winter viele Überraschungen brachte und die Karten neu gemischt wurden. Andererseits, weil die WM Mitte Februar im stimmungsvollen Antholz für die meisten Athletinnen und Athleten der klare Höhepunkt der «Zwischen-Olympia-Zeit» ist.

Live-Hinweis

SRF zwei und die SRF Sport App übertragen den Saisonauftakt der Biathleten in Östersund wie folgt:

  • Samstag, 30.11., 13 Uhr: Single Mixed Staffel
  • Samstag, 30.11., 14:55 Uhr (Start auf SRF info): Mixed Staffel
  • Sonntag, 01.12., 12:20 Uhr: Sprint Männer
  • Sonntag, 01.12., 15:25 Uhr: Sprint Frauen

Ist die Wachablösung bei den Männern dauerhaft?

Martin Fourcade dominierte die Szene 7 Jahre lang. Ähnlich wie Marcel Hirscher im Skisport befand sich der Franzose körperlich, technisch und mental in einer eigenen Liga. Bis Johannes Thingnes Bö den 5-fachen Olympiasieger auf der Loipe alt aussehen liess. Der Norweger stellte mit 16 Saisonsiegen einen neuen Rekord auf, während Fourcade bis zur medaillenlosen WM seiner Form hinterherlief und die Saison abbrach.

Zwei Dinge sprechen für ein Comeback Fourcades: Erstens ist es einfacher, nach oben zu kommen, als oben zu bleiben. Mit Extra-Druck offenbarte Bö in der Vergangenheit Schwächen. An den letzten beiden Grossanlässen gewann er «nur» je einmal Gold. Dazu erwarten seine Frau und er im Januar das erste Kind. Zweitens ist ein 7-facher Gesamtsieger wie Fourcade selbstkritisch genug, um die richtigen Schlüsse zu ziehen. Im letzten Test vor dem Weltcup-Auftakt zeigte er der Konkurrenz inklusive Bö die Rücklichter.

Video
Bö läuft souverän zu WM-Gold im Sprint
Aus sportlive vom 09.03.2019.
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Wer füllt das Vakuum nach Dahlmeiers Rücktritt?

Laura Dahlmeier prägte die Szene schon in erstaunlich jungen Jahren. Mit 23 gewann sie an der WM in Hochfilzen in 6 Rennen 5 Mal Gold und 1 Mal Silber. Rekord. Ein Jahr später wurde sie Doppel-Olympia-Siegerin (und Bronze-Medaillengewinnerin) in Pyeongchang. Auch wenn sie im letzten Winter nicht mehr ganz so stark war, wird ihr früher Rücktritt ein grosses Vakuum hinterlassen.

Die Italienerinnen Lisa Vittozzi und Dorothea Wierer lieferten sich zuletzt ein enges Duell um den Gesamtsieg. Sie überzeugten aber eher mit Konstanz, seltener mit heroischen Siegen. 2 weitere Athletinnen könnten in diesem Winter das Scheinwerferlicht absorbieren: Die ehemalige Langläuferin Denise Hermann (GER) hat weitere Fortschritte am Schiessstand gemacht. Und die junge Schwedin Hanna Öberg, bereits Olympiasiegerin und Weltmeisterin, die nun erstmals den Gesamtweltcup-Titel anvisiert.

Schaffen es die Schweizer aufs Podest zurück?

Das Swiss-Ski-Team schaffte es zwar beim letzten Saison-Auftakt direkt auf das Mixed-Staffel-Podest. Bei den prestigeträchtigeren Einzelrennen warten die Frauen seit 2016 (Selina Gasparin in Antholz) und die Männer seit 2012 (Benjamin Weger in Kontiolahti) auf einen Top-3-Rang. Die Chancen stehen gut, dass das Warten ein Ende hat. Die Rückkehr der ältesten Gasparin-Schwester nach der zweiten Baby-Pause erhöht intern den Konkurrenzdruck. Bei der schnellen Läuferin Lena Häcki soll sich die intensive Arbeit mit Trainerin Sandra Flunger am Schiessstand auszahlen.

Video
Aufholjagd: Selina Gasparin wird in Antholz Zweite
Aus sportaktuell vom 23.01.2016.
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Beim mittlerweile 30-jährigen Weger ist ein solcher Erfolg sowieso überfällig. Er ist in seiner Güteklasse (14. im Gesamtweltcup letzte Saison) weit und breit der Einzige ohne Podestplatz. Hält er sein Niveau der letzten 2 Jahre, wird der herbeigesehnte Moment in nicht allzu ferner Zukunft kommen.

Sendebezug: Radio SRF 1, Abendbulletin, 20.11.2019, 18:45 Uhr