Zum Inhalt springen
Inhalt

Mehr Sport Michelle Heimberg hebt mit 17 in neue Sphären ab

Michelle Heimberg hat über schmerzhafte Umwege zum Wasserspringen gefunden. 5 Jahre nach ersten Annäherungsversuchen ist sie Schweizer Pionierin. Doch die 17-jährige Aargauerin will sich nicht auf EM-Silber ausruhen.

Legende: Video Michelle Heimberg: Shootingstar im Wasserspringen abspielen. Laufzeit 05:28 Minuten.
Aus sportaktuell vom 27.06.2017.

8 Jahre lang, also fast die Hälfte ihres noch jungen Lebens, hatte sich Michelle Heimberg dem Kunstturnen verschrieben. Sie war ambitioniert und Mitglied des nationalen Nachwuchskaders.

Doch dann, mit 12, kam die abrupte Zäsur. Gravierende Probleme in beiden Knie zwangen sie zur Aufgabe ihrer geliebten Sportart und ihrer Perspektiven. Die Aargauerin musste sich neu orientieren. Denn es fehlte plötzlich an einem Lebensinhalt, an Strukturen.

Das Gefühl des Fliegens ist einmalig.
Autor: Michelle Heimberg

Schwimmen war die erste Alternative, Rudern die zweite. Doch erst, als Heimberg das Wasserspringen entdeckte, kam sie so richtig auf den Geschmack. «Das Gefühl des Fliegens ist einmalig», liefert sie die Begründung.

Legende: Video EM-Silber als vorläufige Krönung abspielen. Laufzeit 00:53 Minuten.
Aus sportaktuell vom 15.06.2017.

Sie weiss, was sie will

Ihr Talent wurde schnell entdeckt und dann auch effizient gefördert. Erst seit letztem Herbst trainiert Heimberg in Genf auf einem 3-m-Brett und ist dafür zu einer Gastfamilie gezogen. Das Trainingspensum umfasst 25 Stunden. Ihr Ehrgeiz und die mentale Stärke zeichnen die junge Athletin aus.

Mitte Juni hob Heimberg in Sphären ab, die nicht nur für sie, sondern auch für den nationalen Verband neu waren. Die 17-Jährige bescherte der Schweiz in Kiew in der 91-jährigen Geschichte von kontinentalen Titelkämpfe den ersten Medaillengewinn.

Der Weg nach Tokio ist vorgespurt

«Als 11. war ich gerade noch knapp in den Final gerutscht. Die Freude darüber war gross, also wollte ich die Entscheidung einfach geniessen», erinnert sich Heimberg. Doch aus Vergnügen wurde EM-Silber!

Geht es nach Heimberg, soll dieses Verdienst bloss eine Zwischenstation sein. So möchte sie sich in weitaus höhere Sphären katapultieren.

  • Aktuell will sie in Bergen (No) bei den Junioren-Europameisterschaften für Furore sorgen. Eine erste Medaille konnte sie im Synchron-Wettkampf bereits einheimsen.
  • Langfristig peilt sie die Olympischen Sommerspiele 2020 in Tokio und auch dort das Podest an.

Sendebezug: SRF zwei, «sportaktuell» 27.06.2017 22:30 Uhr

3 Kommentare

Navigation aufklappen Navigation zuklappen

Sie sind angemeldet als Who ? (whoareyou) (abmelden)

Kommentarfunktion deaktiviert

Uns ist es wichtig, Kommentare möglichst schnell zu sichten und freizugeben. Deshalb ist das Kommentieren bei älteren Artikeln und Sendungen nicht mehr möglich.

  • Kommentar von Daniele Röthenmund (Daniele Röthenmund)
    Es ist wahnsinnig wieviel sich Sportreporter schimpfen, aber in Wirklichkeit nur wenige Sportarten wirklich kennen. Herr Niederhauser hat es unten Super dokumentiert. Klar ist sie noch sehr Jung und man muss Ziele haben und der Erfolg an der EM wahr eine Reife Leistung. Doch auch wahr ist das Europa sehr weit weg ist von der Weltspitze und bevor man von Medaillen an Olympischen Spielen spricht, sollte man in Europa mit Abstand die Nummer 1 sein!
    Ablehnen den Kommentar ablehnen
  • Kommentar von Samuel Niederhauser (YB4Ever)
    Vielleicht sollte jemand dem Herr Studer sagen, dass man im Wasserspringen nicht mit 1 Sprung eine Medaille gewinnt ("mit diesem Sprung hat sie die Silbermedaille gewonnen"). Es sind 5 Sprünge, und die Punktzahl dieser 5 Sprünge wird addiert. Der gezeigte Sprung war der 3.
    Ablehnen den Kommentar ablehnen
  • Kommentar von Silas Räber (Silair)
    Freut mich, dass auch Randsportarten hie und da Beachtung geschenkt wird. Darf vermehrt so sein! Auf jeden Fall Gratulation Michelle zu diesem Erfolg und weiterhin viel Kraft und Durchhaltevermögen, dass es weiter aufwärts geht!
    Ablehnen den Kommentar ablehnen