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Eiskunstläuferin Livia Kaiser Olympia-Teilnahme allen widrigen Umständen zum Trotz

Vor einem Jahr verletzte sich Livia Kaiser unverschuldet schwer. Aufgeben war für die Thurgauer Eiskunstläuferin aber keine Option.

In Dübendorf absolvierte Livia Kaiser Ende Januar 2025 eines ihrer letzten Trainings vor der Abreise an die EM in Tallinn, dann passierte es: Die Thurgauerin prallte während ihrer Choreo mit einer anderen Läuferin zusammen.

Zwei Zentimeter tiefe Schnittwunde

Unglücklicherweise erlitt Kaiser dabei durch die Klinge ihrer Trainingskollegin eine tiefe Schnittwunde in der Wade. «Das war ein riesiger Schockmoment», erinnert sich Kaiser zurück. «Es hat sehr geschmerzt und ich hoffte einfach nur, dass es nicht allzu schlimm ist und dass ich doch noch an die EM fahren kann.»

Diese Hoffnung zerschlug sich jedoch schnell. Der Schnitt war schlicht zu tief und traf auch den Muskel empfindlich. Der Heilungsprozess gestaltete sich zusätzlich schwierig, da ein faustdickes Hämatom operativ aus der Wade entfernt werden musste.

Trotz diesem herben Dämpfer liess Kaiser den Kopf nicht hängen, arbeitete hart an ihrem Comeback und trainierte teils bis zu acht Stunden am Tag. Tatsächlich meldete sich die inzwischen 21-Jährige bereits zur WM in Boston Ende März 2025 zurück. Mit ihrem 23. Platz sicherte Kaiser der Schweiz einen zweiten Quotenplatz für die Olympischen Spiele 2026.

Traum wird wahr

Seit einer Woche ist nun auch klar, dass die Frauenfelderin neben Kimmy Repond als zweite Schweizerin nach Milano Cortina reisen wird. Die Beharrlichkeit und der Mut, sich nach dem unglücklichen Trainingsunfall schnellstmöglich zurück zu kämpfen, haben sich für Kaiser ausbezahlt: «Für mich geht ein Traum in Erfüllung», so die Thurgauerin.

Mit der Olympia-Teilnahme habe sie ihr grösstes Ziel bereits erreicht, vor allem auch, weil eine aufgrund der Verletzung schwierige Saison hinter ihr liege, meint Kaiser. Jetzt gelte es für sie, bis zu den Winterspielen im Training nochmals alles herauszuholen und sich bestmöglich vorzubereiten. «Mein Ziel ist es, mit möglichst viel Selbstvertrauen nach Mailand zu reisen und dort zu zeigen, was ich mir im Training erarbeitet habe.»

Die schwierige Suche nach Eis

Die Trainingsbedingungen gestalten sich dabei keinesfalls als ideal. Der Grund: Freie Eisflächen sind gesucht. «Manchmal ist es sehr chaotisch. Wenn es regnet oder schneit, stehen wir am Sonntag um 7 Uhr auch mal draussen und müssen improvisieren. Dann stellt sich die Frage: ‹Machen wir Krafttraining oder fahren wir nach Zug oder Kloten›?», sagt Trainerin Linda van Troyen.

SRF zwei, Sportflash, 26.01.2026, 23:25 Uhr ; 

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