- Topfavorit Tadej Pogacar gewinnt die erste Etappe der Tour de Suisse mit Start und Ziel in Sondrio (ITA) solo.
- Der Slowene verabschiedet sich mit kaputtem Funk bereits 70 km vor dem Ziel von seinen Konkurrenten.
- Richard Carapaz (ECU) verliert als 2. bereits über zwei Minuten auf den Dominator.
Dass sich Tadej Pogacar bei Schweizer Rennen wohlfühlt, ist kein Geheimnis. Der Slowene feierte 2024 in Zürich den Weltmeistertitel und gewann in diesem Frühjahr bei der Tour de Romandie vier Etappen sowie die Gesamtwertung. Bei seiner ersten Teilnahme drückte Pogacar der Tour de Suisse wenig überraschend sogleich den Stempel auf. Die Art und Weise war allerdings auch für den Dominator beeindruckend.
Rund 70 km vor dem Ziel – die Fernsehstationen schalteten gerade in die Werbung – zog Pogacar in einem Aufstieg den weiteren Favoriten davon und schloss mühelos zum bis anhin Führenden Fredrik Dversnes (Uno-X Mobility) auf. Den Norweger liess Pogacar wenig später ebenfalls stehen, allerdings schien sich der Slowene seiner Sache nicht ganz sicher zu sein. Der 27-jährige Emirates-Fahrer, dessen Funkverbindung nicht funktionierte, drehte sich immer wieder um, entschied sich dann aber trotzdem, die Flucht durchzuziehen.
Carapaz auf Rang 2
Ohne wirklich ans Limit zu gehen, flog Pogacar trotz Hitze mühelos dem Ziel in Sondrio entgegen. Sein Vorsprung betrug nach 144 Kilometern 2:14 Minuten. «Ich hatte in dieser Phase keinen Funk, deshalb fuhr ich einfach weiter. Als ich dann hörte, wie gross der Vorsprung ist, konnte ich meinen Rhythmus finden und durchziehen. Aber so wie es lief, war es definitiv nicht nach Plan.»
Auch der Kampf um Platz 2 bot nach dem Pogacar-Feuerwerk nicht mehr gross Spannung. Richard Carapaz (EF Education – EasyPost) setzte sich 50 km vor dem Ziel von den restlichen Verfolgern ab und sicherte sich souverän den 2. Platz. Rang 3 ging an den in Sondrio geborenen Italiener Andrea Bagioli (Lidl-Trek), der das Ziel ebenfalls solo erreichte (+2:29 Minuten).
Die Schweizer Fahrer, die heuer nur zu viert an der Landesrundfahrt vertreten sind, konnten fernab der Heimat keine Akzente setzen. Bester Vertreter von Swiss Cycling war Tudor-Fahrer Marc Hirschi, der das Ziel mit 5:39 Minuten Rückstand als 24. erreichte.
So geht's weiter
Die 2. Etappe mit Start und Ziel in Locarno weist keine grösseren Schwierigkeiten auf. Nach einem Abstecher über den Monte Ceneri führt die Etappe nach Bellinzona und Biasca ins Bleniotal. Kurz vor dem Ziel warten noch zwei kurze, aber knackige Anstiege auf das Peloton.