Armstrong belastet Verbruggen

Der lebenslang gesperrte Dopingsünder Lance Armstrong hat schwere Vorwürfe gegen den früheren UCI-Präsidenten Hein Verbruggen erhoben. Der Belgier habe mitgeholfen, 1999 positive Dopingproben zu vertuschen.

Hein Verbruggen und Lance Armstrong im März 2005. Bild in Lightbox öffnen.

Bildlegende: Hein Verbruggen und Lance Armstrong im März 2005. Keystone

Auf dem Weg zu seinem ersten von sieben Tour-de-France-Siegen war Armstrong 1999 viermal positiv auf Cortison getestet worden. Dennoch sah die UCI von einer Sperre ab, weil der Amerikaner nachträglich ein Rezept für eine kortisonhaltige Wundsalbe eingereicht hatte.

Rezept zurückdatiert

In einem Interview mit der englischen Zeitung Daily Mail erklärte Armstrong nun, wie der damalige UCI-Präsident Verbruggen auf die positiven Tests reagiert hatte: «Hein sagte nur: 'Das ist ein echtes Problem für mich, das ist der K.o.-Schlag für unseren Sport - ein Jahr nach Festina. Wir müssen uns etwas einfallen lassen.'» Also habe man ein Rezept für eine Cortison-Salbe ausgestellt und zurückdatiert.

Verbruggen wollte den Fall gegenüber dem Internetportal Cyclingnews und weiteren Medien nicht kommentieren. In der Vergangenheit hatte er stets dementiert, an der Vertuschung von positiven Armstrong-Proben beteiligt gewesen zu sein.