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Etappensieger pokert richtig Schmid: «Ich habe fast nie nach hinten geschaut»

Mauro Schmid hat an der Tour de France den grössten Sieg seiner Karriere eingefahren – und sich dabei selber überrascht.

Seit Fabian Cancellara nicht mehr fährt, sind Schweizer Etappensiege bei der Tour de France absolute Seltenheit geworden. 2012 jubelte der Berner zum achten und letzten Mal bei der «Grande Boucle». In den folgenden 14 Jahren konnte sich nur noch Marc Hirschi 2020 auf einem Tour-Teilstück durchsetzen.

Nun wurde Hirschi als letzter Schweizer Etappensieger an der Tour de France abgelöst. Mit einer taktischen Meisterleistung setzte sich Mauro Schmid am Freitag in Belfort knapp vor seinem Fluchtkollegen durch. Für den Zürcher Unterländer ist es der grösste Sieg seiner Karriere.

Nicht nach hinten geschaut

«Es braucht noch einen Moment, bis ich es realisieren kann», sagte Schmid im Ziel im SRF-Interview. «Ich bin extrem happy für das Team, dass wir diesen Sieg haben. Ab jetzt können wir befreit fahren.»

Über die letzten Kilometer des Rennens meinte der Jayco-AlUla-Profi: «Ich habe fast nie nach hinten geschaut. Es ging mehr darum, die Kräfte so einzuteilen, dass ich am Schluss noch etwas übrighabe.» Denn er habe unbedingt vermeiden wollen, wie im Vorjahr nur Etappenzweiter zu werden – und dies gelang: «Jetzt bin ich extrem glücklich, dass es aufgegangen ist.»

Lob vom Teamkollegen

Die 13. Etappe von Dole nach Belfort sei dick in der Agenda des Jayco-AlUla-Teams angestrichen gewesen, bestätigte Schmid. «Wir wollten mit so vielen Fahrern wie möglich in der Spitzengruppe sein.» Dies gelang, brachte die australische Equipe doch gleich ein Quartett in der bis zu 56 Fahrer grossen Gruppe unter.

Einer von ihnen war Michael Matthews, der die Etappe auf Rang 13 beendete. Er sagte über seinen Teamkollegen: «Er ist wie eine Schweizer Uhr – immer pünktlich. Mauro ist ein toller Typ und ein aussergewöhnlicher Radfahrer. Was er heute gezeigt hat, ist pure Klasse.»

Es gibt sicher ein gutes Nachtessen.
Autor: Mauro Schmid über die Feierlichkeiten mit seinem Team

Vor dem Ballon d'Alsace, ein 9 km langer Anstieg der 1. Kategorie rund 30 km vor dem Ziel, hatte Schmid Respekt. «Wenn ich ehrlich bin, habe ich daran gezweifelt, ob ich diesen Berg mit den Besten überqueren kann», so der 26-Jährige über das Haupthindernis des Tages. «Aber ich konnte mich selber überraschen.»

Gross feiern werden Schmid und seine Teamkollegen nicht, denn am Samstag geht die Tour de France mit einem happigen Teilstück weiter. Aber: «Ein bisschen feiern werden wir schon, denn unser Hotel liegt nur 10 Minuten vom Ziel entfernt. Es gibt sicher ein gutes Nachtessen.»

SRF zwei, sportlive, 17.7.26, 15:00 Uhr ; 

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