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Rad Fabian Cancellaras letztes grosses Ziel

Fabian Cancellara hat in Ponferrada (Sp) nur ein Ziel: Erstmals den WM-Titel im Strassenrennen zu gewinnen. Diesem Unterfangen ordnete der vierfache Zeitfahr-Weltmeister in diesem Jahr fast alles unter.

Legende: Video «Vorschau auf das WM-Rennen in Ponferrada mit Fabian Cancellara» abspielen. Laufzeit 3:34 Minuten.
Aus sportaktuell vom 27.09.2014.

Die Goldmedaille im WM-Strassenrennen in Ponferrada (Sp) ist für Fabian Cancellara das zweite grosse Saisonziel nach den Frühjahrs-Klassikern. Gewohnt akribisch bereitete er sich für dieses Unterfangen vor. Um Kräfte zu schonen, stieg er an der Tour de France im Juli ebenso vorzeitig aus wie Anfang September an der Spanien-Rundfahrt.

Kein Start im Zeitfahren

Am Mittwoch verzichtete er sogar auf einen Start im Einzelzeitfahren, um sich bestmöglich auf sein grosses Saisonziel vorbereiten zu können. «Ich habe alles gemacht, was ich tun konnte», sagte Cancellara an der Medienkonferenz.

Dem 33-Jährigen stehen mit Michael Albasini und Danilo Wyss nur zwei Teamkollegen zur Seite, weil die in den World-Tour-Teams engagierten Schweizer im Verlauf der Saison zu wenig Punkte gesammelt haben. «Wir haben zwar ein kleines, dafür ein starkes Team», blickt Cancellara dem Rennen am Sonntag zuversichtlich entgegen.

«Taktisch klug fahren»

Zu einer WM-Medaille im Strassenrennen hat es dem Berner bisher noch nicht gereicht. Sein bestes Resultat fuhr er vor 3 Jahren in Kopenhagen heraus, als er mit Rang 4 das Podest hauchdünn verpasste. Das soll sich in Ponferrada ändern.

Legende: Video «Cancellaras bisherige WM-Strassenrennen» abspielen. Laufzeit 1:58 Minuten.
Vom 26.09.2014.

14 Runden à 18,2 Kilometer haben die Fahrer rund um die Stadt im Nordwesten Spaniens zu bestreiten. Auf dem unberechenbaren Kurs müssen in jeder Runde zwei verhältnismässig leichte Steigungen bewältigt werden. Cancellara gehört zwar zu den Top-Anwärtern auf Gold, der Favoritenkreis auf den WM-Titel ist aber dennoch gross. Das weiss auch Nationaltrainer Luca Guercilena: «Wir müssen ruhig bleiben und taktisch klug fahren, damit wir vorne dabei bleiben.»

Joker Albasini

Mit Albasini hat die Schweiz ein zweites Eisen im Feuer. Der 33-jährige Thurgauer, der in diesem Jahr an der Tour de Romandie 3 Etappen gewonnen hat, befindet sich in guter Form. Ein Exploit wäre ihm durchaus zuzutrauen, auch wenn das für ihn nicht im Vordergrund steht: «In erster Linie bin ich hier, um Fabian zu unterstützen, damit er am Schluss seine finale Attacke starten kann.»

An den diesjährigen WM-Ort hat Albasini gute Erinnerungen: Vor drei Jahren gewann er in Ponferrada ein Teilstück der Spanien-Rundfahrt. Leise Hoffnungen wird auch er sich machen. «An einer WM weiss man nie, wie es läuft», sagte er.

Cancellaras bisherige WM-Klassierungen

JahrOrtRangWeltmeister
2013Florenz (It)10Rui Costa (Por)
2012Valkenburg (Ho)kein StartPhilippe Gilbert (Be)
2011Kopenhagen (Dä)4Mark Cavendish (Gb)
2010Geelong (Au)50Thor Hushovd (No)
2009Mendrisio (Sz)5Cadel Evans (Au)
2008Vareses (It)kein StartAlessandro Ballan (It)
2007Stuttgart (De)AufgabePaolo Bettini (It)
2006Salzburg (Ö)31Paolo Bettini (It)
2005Madrid (Sp)123Tom Boonen (Be)
2004Verona (It)AufgabeOscar Freire (Sp)
2003Hamilton (Ka)AufgabeIgor Astarloa (Sp)
2002Zolder (Be)148Mario Cipollini (It)

Sendebezug: Radio SRF 1, Abendbulletin, 26.9.2014, 18:45 Uhr

2 Kommentare

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  • Kommentar von GiSp, Winterthur
    Ich wünsche es Fäbu das es klappt und werde morgen gespannt zuschauen. Die Chancen - so finde ich - stehen eigentlich nicht schlecht, klar muss die Tagesform, die der Kameraden, des ganzen Teams, Material sowie das Wetter stimmen, dennoch kenne ich praktisch keinen anderen Sportler der sich so gut und gezielt auf einen Anlass vorbereiten kann, deshalb denke ich das er alles dazu hat um Weltmeister zu werden. Hopp Fäbu, die Schweiz drückt dir morgen die Daumen!! :)
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  • Kommentar von Juha Stump, Zürich
    Der WM-Titel wäre Cancellara zwar zu gönnen, aber gerade WM-Rennen lassen sich nicht so einfach programmieren. Das letzte Mal, dass dies gelang, war nach meinem Wissen im Jahr 2002, als die Italiener im flachen Zolder für den sprintstarken Top-Favoriten Cipollini eine geschlossene Front bildeten. Dass gerade die Fokussierung auf ein einziges Rennen Gefahren bringt, hat Cancellara selber im Olympiarennen von 2012 gezeigt, als er durch eine Unachtsamkeit kurz vor dem Ziel noch stürzte.
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