- Tadej Pogacar gewinnt die 6. Etappe der Tour de France solo und schlüpft wieder ins Leadertrikot.
- Der Slowene greift am Col du Tourmalet, dem zweitletzten Hindernis des Tages, an und fährt den Sieg souverän ins Ziel.
- Seinem ärgsten Widersacher Jonas Vingegaard nimmt er über zweieinhalb Minuten ab.
Der berühmteste Berg der Pyrenäen wartete am sechsten Tour-Tag auf das Peloton. Und wenig überraschend fiel am Col du Tourmalet bereits die Entscheidung um den Etappensieg, auch wenn die Strecke von der Passhöhe bis ins Ziel noch fast 40 km betrug. Ebenso erwartbar waren die Hauptprotagonisten des Spektakels, Tadej Pogacar und Jonas Vingegaard.
Pogacars Team UAE Emirates hatte schon während des gesamten Aufstiegs für Tempo gesorgt, 4,7 km vor der Passhöhe zündete Isaac Del Toro die nächste Stufe. Pogacar heftete sich seinem Edelhelfer als Einziger ans Hinterrad und verabschiedete sich kurz darauf von seinem Teamkollegen. Vingegaard (Visma - Lease a Bike) schien den Schaden zunächst in Grenzen zu halten, bis zum höchsten Punkt des Tages auf 2115 Meter ü.M. belief sich der Rückstand allerdings schon auf eine halbe Minute.
Satter Rückstand für Vingegaard
Das darauffolgende «Einzel-Zeitfahren» absolvierte Pogacar darauf einmal mehr in beeindruckender Manier. Der Slowene baute seinen Vorsprung auf dem 18 km langen, aber nur mässig steilen Schlussaufstieg zum Cirque de Gavernie kontinuierlich aus und fuhr als überlegener Sieger und neuer Gesamtleader über die Ziellinie. Es ist der bereits 23. Etappensieg an der «Grand Boucle» für den amtierenden Weltmeister.
Auch Vingegaard hatte bis ins Ziel keine Gesellschaft mehr. Der Däne verzichtete darauf, auf die hochkarätig besetzte Verfolgergruppe mit Remco Evenepoel, Florian Lipowitz und Paul Seixas zu «warten» und fuhr dem Ziel solo entgegen. Völlig entkräftet erreichte er dieses mit über zweieinhalb Minuten Rückstand. 19 Sekunden später kamen die Verfolger ins Ziel, unter denen sich Del Toro den 3. Rang sicherte.
Wegen den Bonussekunden liegt Vingegaard im Gesamtklassement bereits 2:42 Minuten hinter dem vierfachen Tour-Sieger. Del Toro folgt 3:27 Minuten dahinter auf dem 3. Platz.
Schwarzer Tag für Träen
Der vormalige Leader Torstein Träen (Uno-X Mobility) zog einen rabenschwarzen Tag ein. Dass der Norweger trotz des grossen Vorsprungs um sein Leadertrikot kämpfen musste, war zu erwarten. Tatsächlich verlor er bereits 10 km vor dem Col du Tourmalet den Anschluss.
Zum allem Übel kam Träen in der Abfahrt nach einem Verbremser von einem Teamkollegen aber auch noch zu Fall. Nach einer kurzen Behandlung konnte der 30-Jährige mit schmerzverzerrtem Gesicht weiterfahren. Das Leadertrikot musste er aber abgeben.
So geht's weiter
Vorhang auf für die Sprinter heisst es am Freitag. Die 7. Etappe führt über 175 km und nur 850 Höhenmeter von Hagetmau nach Bordeaux. Das Zentrum der berühmten Weinbauregion ist zum bereits 82. Mal im Programm der französischen Landesrundfahrt.