Wenn Marlen Reusser, Steffi Häberlin und Co. an der Tour de Suisse um Spitzenplätze fahren, sucht man die auffallend grellen Trikots des Teams Nexetis vergeblich. Das von Swiss Cycling gegründete Nachwuchsprojekt ist nicht dabei, weil das Schweizer Nationalteam vom Internationalen Radsportverband UCI den Vorzug erhalten hatte.
Nexetis wäre dringend auf das Scheinwerferlicht der World Tour auf dieser grossen Bühne angewiesen gewesen. Denn nur anderthalb Jahre nach der Gründung steht Nexetis bereits vor dem Aus, es braucht einen Geldgeber.
Viel Zuspruch, wenig Investitionsbereitschaft
Der Aufbau eigener Athletinnen aus den unteren Nachwuchsstufen bis in die Weltspitze gelang auf der Strasse bislang nur vereinzelt. Eine der wenigen Ausnahmen ist Noemi Rüegg. Deshalb gründete Swiss Cycling im Nachgang der Heim-WM in Zürich das Frauen-Strassenteam Nexetis.
Doch anderthalb Jahre nach der Gründung fehlt noch immer ein Hauptsponsor für das Team, das unter der sportlichen Leitung von Nationaltrainer Edi Telser auf der dritthöchsten Stufe fährt. Die Suche verlief bislang ohne Erfolg. Das Problem ist altbekannt. «Alle wollen Frauen-Radsport, aber kaum jemand ist bereit, zu investieren», sagt Olivier Senn, Direktor der Tour de Suisse.
Swiss Cycling hätte viel vor
Swiss Cycling plant deshalb den nächsten Entwicklungsschritt: Das Team soll 2027 in die Pro-Kategorie aufsteigen, die zweithöchste Stufe unterhalb der World Tour. Dafür braucht es jedoch zusätzliche finanzielle Mittel.
Viel wichtiger als die finanziellen Dimensionen sei jedoch die Rolle des Teams im Schweizer Frauen-Radsport. Während auf Männerseite zahlreiche Nachwuchsstrukturen bestehen, fehlt im Frauenbereich oft die Brücke zwischen Juniorinnen- und Spitzensport. Genau diese Lücke soll Nexetis schliessen.