Temperaturen nahe der 40-Grad-Marke und kaum Aussicht auf eine kurzfristige Abkühlung: Die Hitzewelle in Frankreich nimmt auch die Fahrer der Tour de France stark mit.
«Ich werde möglichst in einem klimatisierten Raum bleiben und runterkühlen», sagte Marc Hirschi, gefragt nach seinen Plänen für den ersten Ruhetag vom Montag. «Vielleicht mal die Beine hoch und den ganzen Tag möglichst kühl bleiben», meinte auch Landsmann Silvan Dillier.
Wegen der extremen Hitze hatten die Tour-Organisatoren die 9. Etappe vom Sonntag zwar um 30 km gekürzt, es handelte sich aber um einen vergleichsweise kleinen Kompromiss: Die Etappe fand weiterhin während der heissesten Zeit des Tages statt, auch die vier Bergwertungen blieben im Programm. Eigentlich wird bei «Warnstufe Rot», die das Departement Corrèze ausgerufen hat, von sportlicher Tätigkeit abgeraten.
Gewerkschaft will Lösung
Die Profifahrer-Vereinigung CPA forderte am Sonntag eine Anpassung der Startzeiten bei sommerlichen Rennen. Die Fahrer seien «weiterhin fest entschlossen, ein optimales Spektakel zu bieten, doch dies muss Hand in Hand gehen mit der Anpassung an die klimatischen Gegebenheiten, mit denen der Radsport heute konfrontiert ist», schrieb die Gewerkschaft.
Für diesen Winter verlangte sie Gespräche mit allen Beteiligten, um vor der Saison 2027 eine Lösung zu finden. Denkbar wäre ein Start am frühen Morgen – was aber für die Vermarktung weniger attraktiv wäre.
Pogacar: Keine Sommerrennen im Süden
Eine radikalere Massnahme regte Superstar Tadej Pogacar an: «Wenn ich die Macht dazu hätte, würde ich den Rennkalender komplett ändern und im Juli, August gar nicht mehr in den heissen Gegenden fahren», sagte der aktuelle Leader. Eine frühere Startzeit der Etappen wäre für den Slowenen keine Lösung: «Wenn wir schon um 10 Uhr starten, ändert dies nichts – dann kommen wir in der grössten Hitze an.»
In anderer Form hatte die Hitze schon am vergangenen Montag in den Pyrenäen den Tour-Tross beeinträchtigt: Weil das Feld in der Nähe einer Waldbrand-Region vorbeifuhr, riefen die Behörden die Bevölkerung auf, der Strecke fernzubleiben. Die Fahrt der beliebten Werbekarawane fiel aus.