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Superlative gehen langsam aus Im Klub der Legenden: Pogacar schliesst zu Merckx und Co. auf

Tadej Pogacar, wer sonst? Zum 5. Mal gewinnt der Weltmeister die Tour de France. Er steigt in einen erlesenen Kreis auf.

Radfahrer in gelbem Trikot fährt vor Bergkulisse.
Legende: Überlegener Sieger der Tour de France Tadej Pogacar. IMAGO / Photo News

Die exklusive Einladung in den Klub der Legenden kam von Eddy Merckx höchstpersönlich. «Tadej Pogacar ist in unseren Reihen willkommen», hatte die belgische Rad-Ikone vor dem Start der 113. Tour de France gesagt – ein Angebot, das der amtierende Weltmeister nicht ablehnen konnte. Am Sonntag, als Pogacar im Gelben Trikot als Gesamtsieger über den Zielstrich auf den Champs-Elysées in Paris rollte, schloss sich Pogacar ganz offiziell dem erlauchten Kreis der fünfmaligen Tour-Champions an.

Im Alter von nur 27 Jahren gehört der Slowene zu den Rekordsiegern des wichtigsten Radrennens der Welt. Er steht in einer Reihe mit den Franzosen Jacques Anquetil und Bernard Hinault, Miguel Indurain (Spanien) sowie Merckx. «Ich bin eine sehr gute Tour gefahren, aber das gesamte Team war unglaublich stark. Einige Konkurrenten hatten auch Pech. Aber so ist die Tour de France eben: Drei Wochen lang kann unglaublich viel passieren», sagte Pogacar.

Collage von Radfahrern in gelben Trikots mit Text über Rekordsieger der Tour de France.
Legende: Exklusiver Klub Tadej Pogacar ist der 5. Fahrer in der Geschichte, der 5 Siege bei der Tour de France vorzuweisen hat. SRF

Teufelsritt auf die Alpe d'Huez

Seit dem Grand Départ in Barcelona hatte er abermals eindrucksvoll unter Beweis gestellt, warum er der beste Radprofi der Gegenwart – und womöglich der beste der Geschichte – ist. 5 Etappensiege holte Pogacar dieses Mal, 26 sind es insgesamt. Am Freitag gelang ihm der noch fehlende Prestigesieg auf der Alpe d'Huez – und wie.

Die legendären 21 Kehren auf den berühmtesten Berg der Radsport-Welt raste er so schnell hinauf wie keiner vor ihm. 35:26 Minuten benötigte Pogacar für den 13,8 km langen Schlussanstieg der 19. Etappe. Der Uralt-Rekord von Marco Pantani (36:50) war gebrochen – Pogacar hatte ihn zertrümmert.

Leistungen rufen Zweifler auf den Plan

Es sind Fabel-Leistungen wie diese, die Kritiker an der Aufrichtigkeit von Pogacar und seinem UAE-Emirates-Team zweifeln lassen. Belege für ein Vergehen gibt es nicht. Es liegt weder ein positiver Dopingtest vor, noch gibt es einen konkreten Verdacht gegen Pogacar. Für Teamchef Mauro Gianetti, ein Ex-Profi mit umstrittener Vergangenheit, ist die Skepsis eine Begleiterscheinung des Erfolgs. «Tadej ist so stark, dass es unabhängig vom Team immer Zweifel an ihm geben wird», sagte er der französischen Sportzeitung L'Equipe.

Es ist gut möglich, dass er der Erste ist, der sich einen sechsten Titel sichert
Autor: Eddy Merckx

Pogacar ist dem gesamten Peloton überlegen. Zeichen der Schwäche zeigt er so gut wie nie. Das war bei der Tour 2026 so und schon bei den Frühjahrsklassikern davor, auch wenn er bei Paris-Roubaix wieder nur Zweiter wurde. Sollte er Ende August tatsächlich bei der Vuelta in Spanien starten, wäre er erneut der Mann, den es zu schlagen gilt. Auch bei der WM im September in Montreal wäre der Titelverteidiger wieder der Top-Favorit. Pogacar ist über das ganze Jahr Weltklasse, lässt nie nach.

Cavendishs Rekord lockt

Müde wirkte er am Ende dieser Tour trotzdem – vom Trubel, dem Rampenlicht, dem Erwartungsdruck. Sein fürstlich dotierter Vertrag läuft noch bis 2030. Ob er ihn erfüllt? «Ich werde das sicher nicht mehr allzu viele Jahre machen», sagte Pogacar am Samstag.

Glaubt man Eddy Merckx, haben die Fans noch eine Weile ihre Freude an Tadej Pogacar. Der Etappenrekord von Mark Cavendish (35 Siege) ist schliesslich noch zu brechen – und nicht nur dieser. «Es ist gut möglich, dass er der Erste ist, der sich einen sechsten Titel sichert», sagte Merckx.

Tour de France

Livestream auf srf.ch/sport, 26.06.2026, 17:45 Uhr ; 

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