- Visma-Lease a Bike gewinnt zum Auftakt der 113. Tour de France das Mannschaftszeitfahren in Barcelona.
- Weil Jonas Vingegaard als Erster des Teams über die Ziellinie fährt, schlüpft der Däne ins «Maillot jaune».
- Vorjahressieger Tadej Pogacar belegt mit UAE Emirates den 3. Platz.
Beim Schlussanstieg zum Olympiastadion in Barcelona setzte Tadej Pogacar (UAE Emirates) noch einmal zur Attacke an. Nachdem seine Teamkollegen auf den 19,6 Kilometern die Führungsarbeit übernommen hatten, zog der Slowene davon. Für das Gelbe Trikot reichte es dennoch nicht: Pogacar verlor rund 11 Sekunden auf seinen grössten Rivalen Jonas Vingegaard und belegte am Ende den 3. Rang.
Die beiden Ausnahmefahrer prägen die Tour de France seit Jahren. Seit 2021 gingen die Plätze 1 und 2 der Gesamtwertung jeweils an Pogacar und Vingegaard. Auch in diesem Jahr deutet vieles auf ein erneutes Duell hin. Während Pogacar den Hattrick und seinen insgesamt 5. Triumph anstrebt, schielt Vingegaard auf seinen 3. Gesamtsieg.
Nur Vingegaard schlägt Ganna
Lange hatte es nach einer Überraschung auf der 1. Etappe ausgesehen. Filippo Ganna vom Team Netcompany-Ineos stellte mit seiner Fahrt eine neue Bestzeit auf und unterbot die bisherige Marke um mehr als 30 Sekunden. Die nachfolgenden Teams bissen sich daran die Zähne aus. Weder Remco Evenepoel noch Florian Lipowitz von Red Bull-Bora-hansgrohe kamen an Gannas Zeit heran. Evenepoel, der sich im Schlussanstieg von Teamkollege Lipowitz absetzen konnte, verlor letztlich mehr als 18 Sekunden auf Vingegaard und fuhr auf Rang 5.
Neuer Modus – und dieser ist nicht unumstritten
Beim ersten Team-Zeitfahren zum Auftakt seit 1971 profitierte Vingegaard auch vom neuen Modus. Zwar starteten die 8 Fahrer einer Equipe gemeinsam, nur die Zeit des Besten zählte aber für das Etappenergebnis. Für die Gesamtwertung war die individuelle Zeit jedes einzelnen Fahrers massgeblich.
Der nicht unumstrittene Modus sorgte für viel Taktik-Spielraum. Zumal nach den ersten rund 16 Kilometern mit klassischem Zeitfahr-Terrain aus weitgehend ebenen und langen Geradeaus-Passagen, die an einigen der berühmtesten Orten Barcelonas wie dem Olympia-Hafen oder der Gaudi-Kathedrale Sagrada Familia vorbeiführten. Zwei längere Anstiege auf den letzten 3,5 Kilometern brachten einige Teams an die Grenzen.
Yannis Voisard als bester Schweizer 17.
Als die Frankreich-Rundfahrt vor 34 Jahren erstmals in Spanien startete, verpasste Alex Zülle im Prolog in San Sebastian als Zweiter das «Maillot jaune» nur um zwei Sekunden. Beim dritten Grand Départ nach 1992 und 2023 in Spanien lagen die Schweizer hingegen weit von den Spitzenrängen entfernt. Yannis Voisard überquerte die Ziellinie beim Olympiastadion als erster des Schweizer Tudor-Teams. Mit einem Rückstand von 1:14 Minuten reichte dies zum 17. Rang unter 23 Teams.
So geht es weiter
Auch die 2. Etappe am Sonntag endet in der spanischen Metropole Barcelona (ab 13:55 Uhr im Livestream). Der Start erfolgt jedoch rund 100 Kilometer südwestlich in Tarragona. Die 168,5 Kilometer lange Etappe ist überwiegend flach. Dennoch wartet mit dem Anstieg der 2. Kategorie nach Begues eine erste Herausforderung. Besonders anspruchsvoll ist der bis zu 13 Prozent steile Anstieg zum Castell de Montjuic, der kurz vor dem Ziel am Olympiastadion gleich dreimal zu bewältigen ist.