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Rad «Tour de Froome» – eine Machtdemonstration sondergleichen

Zu gut, zu stark, zu dominant: Chris Froome hat die Tour de France 2016 von A bis Z im Griff gehabt und dabei auch noch bisher ungekannte Qualitäten an den Tag gelegt.

Chris Froome hat in der 103. Ausgabe der Tour de France die Konkurrenz verzweifeln und staunen lassen. Die Art und Weise, wie der britische Sky-Fahrer die «Grande Boucle» dominierte und zum 3. Mal nach 2013 und 2015 gewann, ist beeindruckend.

Froome fuhr stark wie immer. Seine Überlegenheit ist aber auch auf die Schwäche seiner Gegner zurückzuführen.
Autor: Sven Montgomery

Ihm zur Seite stand ein Team, das seines Gleichen sucht und seinen Captain souverän durch die 21 Etappen führte. «Es ist ein unglaubliches Privileg, mit dieser Mannschaft zu fahren», bekannte Froome.

Auch für SRF-Experte Sven Montgomery ist klar: «Froome war mit Abstand der kompletteste Fahrer der Tour. Und er hatte eine Mannschaft hinter sich, die im Verlauf der Rundfahrt immer mehr zum Tragen gekommen ist.» Aber er sagt auch: «Froome fuhr stark wie immer. Seine Überlegenheit ist aber auch auf die Schwäche seiner Gegner zurückzuführen.»

Diese 5 Schlüsselszenen ebneten Froome den Weg zum 3. Triumph an der Tour der France:

  • 1. Der Abfahrer – Froome erobert das «Maillot jaune»

    Es passiert in der 8. Etappe in den Pyrenäen. Alle machen sich auf eine Froome-Attacke hoch nach Andorra gefasst. Aber was macht Froome? Er attackiert in der Abfahrt. Der Lohn für den waghalsigen Ritt bergab: Etappensieg und das Gelbe Trikot.

    Das sagt Montgomery: «Dieser Angriff war für alle Konkurrenten eine Überraschung. In meinen Augen war das eine perfekt geplante Aktion des ganzen Teams.»

  • 2. Der Sprinter – Froome überrascht die Konkurrenz

    Auch in der 11. Etappe hat Froome das Überraschungsmoment auf seiner Seite. 12 Kilometer vor dem Ziel in Montpellier tritt der Brite an. Er reisst das Feld auseinander, verhindert den eigentlich erwarteten Massenspurt. Den Sieg überlässt Froome Sprintspezialist Peter Sagan. Die Verfolger aber distanziert er weiter.

    Das sagt Montgomery: «Erneut konnte Froome seine Gegner überraschen. Anders als in früheren Jahren, griff er in der diesjährigen Austragung auch im Flachen an.»

  • 3. Der Läufer – Froome rennt den Mont Ventoux hoch

    Auf dem Weg hoch auf den legendären Mont Ventoux erlebt der Brite die vermutlich kuriosesten Minuten seiner Karriere: Auffahrunfall, weil ein TV-Motorrad inmitten der Menschenmassen nicht mehr weiterkommt. Weil das Rad kaputt geht, rennt Froome kurzzeitig den Berg hinauf. Aber es kommt gut: Die Jury rechnet die verlorene Zeit nicht an, der Brite behält das «Maillot jaune».

    Das sagt Montgomery: «Diese Szene wird die Erinnerung der Tour de France 2016. Meiner Meinung nach ist der Jury-Beschluss jedoch nicht nachvollziehbar. Es war menschlich die richtige Entscheidung, aber für zukünftige Rennen kann es als Präzedenzfall problematisch werden. Hier kam wohl Froomes Favoriten-Bonus zu tragen.»

  • 4. Der Kontrolleur – Froome hat alles im Griff

    Die 17. Etappe von Bern nach Finhaut-Emosson hat es in sich. Vor allem die letzten beiden Anstiege bieten der Konkurrenz die Chance, Froome zu attackieren. Doch der Brite und sein Team Sky lassen gar nichts zu. Souverän kontrolliert er das Renngeschehen und läuft nie Gefahr, das Leadertrikot zu verlieren.

    Das sagt Montgomery: «Die 17. Etappe bot ein typisches Bild für die diesjährige Tour: Froome und vor allem seine Mannschaft waren drückend überlegen. Der Triumphator selber war vielleicht gar nicht so stark wie in früheren Jahren. Aber sein Team war fähig, die Rennen von A bis Z zu dominieren.»

  • 5. Der Komplette – Froome gewinnt auch das Zeitfahren

    Er gewinnt die Flachetappen, er verbessert seinen Abfahrtsstil, er ist im Sprint besser geworden und nun gewinnt er auch noch das Bergzeitfahren der 18. Etappe. Froome liefert in den Alpen eine Machtdemonstration ab, feiert einen klaren Sieg und lässt keine Zweifel über seinen 3. Triumph an der Tour de France mehr aufkommen.

    Das sagt Montgomery: «Froome ist der kompletteste Fahrer: Er kann gut rollen, kommt gut den Berg hoch und jetzt ist er sogar gut in der Abfahrt. Ich denke, dass er auch mit einem schwächeren Team triumphiert hätte.»

Video
Tour de France: Ein Rückblick
Aus sportpanorama vom 24.07.2016.
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Sendebezug: Laufende Berichterstattung zur Tour de France

8 Kommentare

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  • Kommentar von Rolf Bolliger  (robo)
    Einige Etappen verfolgte ich in voller Länge auf dem SRF-Sportkanal. Ich möchte an dieser Stelle nicht nur den Spitzensportlern, die nach diesen unglaublichen Strapazen (Leistungen) in Paris ankamen gratulieren, sondern auch dem SRF-Reporter Claude Jaggi! Seine Kenntnisse (auch geographisch und kulturell) über diese ganze Tour, waren hervorragend! Velorennsportfans orientierte der Co-Kommentator Losli sehr effizient! Nur schade, dass er in jedem Satz immer das Wort "natürlech" brauchte!
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  • Kommentar von E. Waeden  (E. W.)
    Wenn während der ganzen Tour eine Mannschaft nur für den Leader fahren darf, eigene Ambitionen ev. eine Etappe zu gewinnen ausgeschlossen sind, sie dafür aber mit den höchsten Löhnen befriedigt werden, verkommt die Tour eben zur Farce. 3 Wochen Tour, schon am Anfang steht fest, wer am Ende Sieger wird & alle anderen fahren nur noch auf 2. 3., oder Ränge innerhalb der besten 20, dann wird es langweilig. Zudem sollten alle diese ungeschriebene Gesetze an der Tour endlich abgeschafft werden.
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  • Kommentar von Fritz Frei  (Fritz Frei)
    Radfahrer-Helden soĺlten auf ein biologisch abbaubares Podest gestellt werden. Zum Beispiel aus Ton :)
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