Skispringer auf der Gross-Titlis-Schanze gefordert

Am Samstag und Sonntag kämpfen die Skispringer in Engelberg um Weltcupsiege. Dabei erwartet Simon Ammann und seine Gegner mit der Gross-Titlis-Schanze eine äusserst anspruchsvolle, aber auch beliebte Anlage.

Die Gross-Titlis-Schanze in Engelberg. Bild in Lightbox öffnen.

Bildlegende: Herausforderung Die Gross-Titlis-Schanze in Engelberg. Keystone

Die Gross-Titlis-Schanze in Engelberg wurde 1971 eingeweiht und ist seit 1980 fester Bestandteil im Skisprung-Weltcup. Die Anlage, die 1983 und 2000 zweimal umgebaut wurde, ist die grösste Naturschanze der Welt und weist eine Hillsize (Schanzengrösse) von 137 Metern auf. Der offizielle Schanzenrekord liegt bei 141 Metern und wird von Simon Ammann, dem Finnen Janne Ahonen und dem Polen Jan Ziobro gehalten.

Wenig Zeit beim Absprung

Im Skisprung-Zirkus ist die Gross-Titlis-Schanze überaus beliebt. Und dies, obwohl sie einige Besonderheiten hat und dadurch als sehr anspruchsvoll gilt. Zum einen wird die Naturschanze im Gegensatz zu künstlichen Anlagen von Hand mit Schnee präpariert, die Spur wird herausgefräst. Dies kann dazu führen, dass es im Anlauf minime Unebenheiten geben kann.

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TV-Hinweis

TV-Hinweis

Das erste von zwei Springen in Engelberg sehen Sie am Samstag ab 14:20 Uhr auf SRF zwei und im Stream. Am Sonntag sind Sie auch beim zweiten Wettkampf live dabei.

Die grösste Herausforderung ist aber der Absprung. Der Schanzentisch in Engelberg ist sehr kurz, zudem ist der Radius der Anlaufkurve klein. Dadurch haben die Athleten weniger Zeit als auf anderen Schanzen, was dazu führt, dass sie beim Absprung oft zu spät sind. In dieser Hinsicht unterscheidet sich die Anlage beispielsweise stark von derjenigen in Oberstdorf, wo am 28. Dezember im Rahmen der Vierschanzentournee der nächste Wettkampf nach Engelberg ansteht.

Schweizer Durststrecke seit 2009

Die Schweizer Springer konnten den Vorteil der Heimschanze bisher nur selten nutzen. Insgesamt viermal ging der Sieg in Engelberg an einen Lokalmatadoren. Als erster Schweizer triumphierte Andreas Küttel 2007, Ammann setzte sich dreimal durch (2008, zweimal 2009).

Der letzte Heimsieg liegt bereits fünf Jahre zurück. Umso motivierter ist der formstarke Ammann in diesem Jahr. So gilt das Wochenende in Engelberg neben der Vierschanzentournee und der WM in Falun als das dritte grosse Saison-Highlight für den vierfachen Olympiasieger. Einem vierten Erfolg von Ammann steht zumindest von den äusseren Einflüssen her nichts im Weg: Trotz widriger Witterungsbedingungen im Vorfeld können die Wettkämpfe planmässig stattfinden.

Sendebezug: SRF zwei, sportaktuell, 16.12.14, 22:20 Uhr

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Engelberg kämpft mit Schneemangel

1:57 min, aus sportaktuell vom 16.12.2014