Der geplante Einsatz von Agenten der umstrittenen US-Einwanderungsbehörde ICE oder die Verwicklung von L.A.-Organisationschef Casey Wasserman in den Fall Jeffrey Epstein: Kirsty Coventry schiebt wenige Tage vor der Eröffnung der Olympischen Winterspiele die negativen Randthemen beiseite.
«Alles, was von diesen Spielen ablenkt, ist traurig. Aber so etwas hat es immer schon gegeben», sagte die Präsidentin des Internationalen Olympischen Komitees (IOC) am Sonntag und betonte: «Der volle Fokus ist auf Mailand/Cortina gerichtet.» Weiter unterstrich die 42-Jährige vor den ersten Spielen ihrer Präsidentschaft: «Die Vorbereitungen laufen sehr gut. Alles ist genauso, wie es sein soll.»
Im Vorfeld der Winterspiele, die am Freitag in Mailand eröffnet werden, hatte der geplante Einsatz von ICE-Beamten für Kontroversen, offene Ablehnung und Proteste im Gastgeberland gesorgt. Bei Einsätzen von ICE wurden im Januar in Minneapolis zwei amerikanische Zivilisten getötet.
Zudem taucht der Name Wassermans in den Dokumenten auf, die rund um den weitreichenden Fall des Sexualstraftäters Epstein am Freitag durch das US-Justizministerium veröffentlicht wurden. Wasserman, verantwortlich für die Sommerspiele 2028, räumte am Sonntag einen lange zurückliegenden E-Mail-Verkehr mit anzüglichem Inhalt mit Ghislaine Maxwell, der inhaftierten Komplizin Epsteins, ein und bat um Entschuldigung.
Coventry erklärte am Sonntag auf Nachfrage, es habe seit dem Bekanntwerden der Verstrickung «keinen Kontakt mit Casey» gegeben. Sie ergänzte: «Wir brauchen etwas Zeit, um uns das anzuschauen.»
Neuigkeiten? Nach den Spielen
Ähnlich antwortete die zweimalige Schwimm-Olympiasiegerin aus Simbabwe auf Fragen zu Fortschritten diverser IOC-Arbeitsgruppen, die sie zu Beginn ihrer Präsidentschaft im vergangenen Sommer ins Leben gerufen hatte. Neuigkeiten werde es nach den Spielen geben, voraussichtlich in der zweiten Jahreshälfte. «Im Moment ist alles auf dem Tisch. Ich habe die Gruppen gebeten, wirklich in alle Bereiche hineinzuschauen», sagte sie und warb um Geduld.
Auch bei der Frage, ob und wann Russland vom IOC als Sportnation wieder die volle Anerkennung erfahren könnte, gebe es «keinen Zeitplan».