Das ist passiert: Das US-Justizministerium hat weitere Ermittlungsakten zum Fall des Sexualstraftäters Jeffrey Epstein veröffentlicht. Enthalten sind dem Ministerium zufolge mehr als drei Millionen Seiten an Dokumenten, Tausende Videos und mehr als 100’000 Fotos. Darunter sei auch pornografisches Material, sagte der stellvertretende Justizminister Todd Blanche bei einer Pressekonferenz.
Teile unkenntlich gemacht: Geschwärzt hat man gemäss den Behörden unter anderem persönliche Daten von Opfern, um deren Privatsphäre zu schützen. Von der Veröffentlichung ausgenommen wurde den Angaben zufolge auch pornografisches Material, auf dem Kinder zu sehen sind, sowie alles, was die Ermittlungen auf Bundesebene behindern kann. «Bekannte Persönlichkeiten und Politiker» wurden einer Mitteilung des Ministeriums zufolge ausdrücklich nicht unkenntlich gemacht.
Elon Musk: Der Techmilliärdär nahm laut den Dokumenten mindestens zweimal Kontakt zu Epstein auf (2012 und 2013), um mögliche Besuche auf Epsteins Privatinsel in der Karibik zu planen. Ob diese Besuche tatsächlich stattfanden, ist unklar. Musk bestreitet, je auf Epsteins Insel gewesen zu sein, und sagt, er habe entsprechende Einladungen abgelehnt.
Steve Bannon: Der ehemaliger Chefstratege von Donald Trump hatte wiederholt Treffen und politische Gespräche mit Epstein, wie aus den Dokumenten hervorgeht. 2019 bat er Epstein, einen Flug nach Rom zu organisieren. Ob dieser Flug stattfand, bleibt offen.
Howard Lutnick: Der heutige Handelsminister unter Trump wurde 2012 von Epstein auf dessen Insel eingeladen. Seine Frau nahm die Einladung an und plante die Anreise mit den Kindern per Yacht. Lutnick erklärte, der Kontakt sei begrenzt gewesen und längst beendet.
Hunderttausende Seiten: Bilder aus den Epstein-Akten vom Dezember
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Bild 1 von 10. Bekannte Personen sind in den Akten rund um die Epstein-Affäre zu sehen. Eine von ihnen ist Michael Jackson. Bildquelle: Reuters/U.S. Justice Department.
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Bild 2 von 10. In einem Bild schwimmt der ehemalige US-Präsident Bill Clinton mit Ghislaine Maxwell und einer Unbekannten in einem Pool. Bildquelle: Reuters/U.S. Justice Department.
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Bild 3 von 10. Auch Bill Gates taucht in den veröffentlichten Unterlagen auf. Bildquelle: Reuters/House Oversight Committee Democrats.
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Bild 4 von 10. Auf zahlreichen Aufnahmen ist Epsteins langjährige Vertraute Ghislaine Maxwell zu sehen. Bildquelle: AP/U.S. Department of Justice.
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Bild 5 von 10. Auch Fotos mit Rockstar Mick Jagger (in der Mitte) befinden sich in den Unterlagen. Bildquelle: AP/U.S. Department of Justice.
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Bild 6 von 10. Hunderte Seiten wurden vor der Veröffentlichung komplett geschwärzt. Das sorgt auch für Kritik. Bildquelle: AP Foto/Jon Elswick.
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Bild 7 von 10. Auch der britische Ex-Prinz Andrew – nun Andrew Mountbatten-Windsor genannt – der wegen seiner Verstrickung in den Skandal bereits in Verruf geriet und jüngst seine Adelstitel abgeben musste, kommt vor. Bildquelle: AP/U.S. Department of Justice.
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Bild 8 von 10. Akten, die einen «eindeutig ungerechtfertigten Eingriff in die Privatsphäre darstellen», müssen laut Gesetz nicht veröffentlicht werden. Bildquelle: REUTERS/Jonathan Ernst Schilder.
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Bild 9 von 10. Neben dem Pass von «Jeffrey Edward Epstein» ... Bildquelle: Reuters/House Oversight Committee Democrats.
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Bild 10 von 10. ... wurden auch Pässe von fremden Personen veröffentlicht, wie dieser tschechische. Bildquelle: Reuters/House Oversight Committee Demokraten.
Steve Tisch: Miteigentümer des American-Football-Teams New York Giants, tauschte sich mit Epstein per E-Mail über erwachsene Frauen aus. Tisch erklärte später, er habe nur eine kurze Verbindung zu Epstein gehabt, sei nie auf dessen Insel gewesen und bedaure den Kontakt.
Kathy Ruemmler: Die frühere Rechtsberaterin des Weissen Hauses unter Barack Obama stand beruflich mit Epstein in Kontakt und tauschte sich mit ihm auch politisch aus. Sie erklärte später, sie bedauere diese Verbindung.
Trump & Clinton: Die veröffentlichten Dokumente enthalten ausserdem bereits bekannte Flugprotokolle und Fotos, die zeigen, dass Trump in den 1990er-Jahren mit Epsteins Privatjet geflogen ist und dass es mehrere Fotos von Bill Clinton gibt. Keines der bekannten Opfer hat Trump oder Clinton öffentlich eines Fehlverhaltens beschuldigt. Beide gaben an, nichts von Epsteins Missbrauch gewusst zu haben.
Andrew Mountbatten-Windsor: Die jüngst veröffentlichten Akten scheinen auch Einblick in Epsteins Korrespondenz mit dem früheren britischen Prinzen Andrew zu geben. So soll Epstein im Jahr 2010 für Andrew ein Dinner mit einer 26-jährigen Russin in London vermittelt haben.
«Fergie»: Weitere Dokumente zeigen einen Mailverkehr zwischen Epstein und einer Sarah aus dem Jahr 2009. Der Inhalt legt nahe, dass es sich dabei um Andrews Ex-Frau Sarah «Fergie» Ferguson handelt. Epstein wird darin etwa als «Legende» und «Bruder, den ich mir immer gewünscht habe», bezeichnet. «Fergie» hatte bereits 2011 in einem Interview zugegeben, von Epstein 15’000 Pfund angenommen zu haben.