Am Donnerstag beginnt für die Eishockey-Nati mit dem Spiel gegen Frankreich das Abenteuer Olympia – eine wegweisende Partie gegen den nominell schwächsten Gegner in der Vierergruppe. Ein Sieg gegen die Franzosen, die auf nur einen NHL-Star – Ex-ZSC-Stürmer Alexandre Texier von den Montreal Canadiens – zurückgreifen können, ist fast schon Pflicht. Denn die Schweiz hat Grosses vor.
Josi in Topform
«Wir können mit gesundem Selbstvertrauen ins Turnier gehen. Die Favoriten sind klar, aber wir müssen uns sicher nicht verstecken», meint Roman Josi. Der 35-jährige Verteidiger der Nashville Predators ist erstmals seit der WM 2024 wieder im Kreis des Nationalteams und pünktlich auf die Olympischen Winterspiele richtig fit geworden.
Von Ende Februar bis Mitte April 2025 war er mit einer Gehirnerschütterung ausgefallen, von Ende Oktober bis Mitte November plagte er sich mit einer Oberkörperverletzung herum. In den letzten 13 Spielen vor Olympia sammelte Nashville-Captain Josi dann aber 21 Skorerpunkte. «Ich startete unglücklich ins Jahr 2025 mit der Verletzung. Dann brauchte ich etwas Zeit, die Automatismen wieder zu finden. Zuletzt ging es zunehmend besser», erklärt Josi in Mailand.
Hohe Qualität im Training
Patrick Fischer wird sehr froh sein, einen seiner wichtigsten Einzelspieler wieder an Bord zu haben. Der nach der Heim-WM abtretende Nati-Coach ist vor dem Start ins Olympia-Turnier ebenfalls sehr zuversichtlich: «Wir haben ein Spielsystem, das alle kennen. Jetzt geht es darum, dass sich die Spieler an dieses System erinnern, an die Details denken und die Automatismen finden. Wichtig ist, dass wir jeden Tag besser werden», so der 50-jährige Zuger.
Im Gegensatz zu vergangenen Weltmeisterschaften kann Fischer in Mailand auf sämtliche NHL-Stars zurückgreifen. Entsprechend sei auch die Qualität im Training markant gestiegen, sagt der Headcoach. «Es ist unglaublich viel Speed drin. Gerade jene Spieler, die in der Schweiz spielen, sind sich das nicht so gewohnt.»
Traum von der Olympiamedaille
Neben Josi sorgen auch Nico Hischier und Nino Niederreiter für ordentlich Tempo auf dem Eis. Während es für Hischier und die meisten anderen im Kader die Olympia-Premiere ist, war Niederreiter (wie auch Josi) schon 2014 in Sotschi dabei. Seit damals habe sich im Schweizer Eishockey einiges getan, sagt Niederreiter. «Nun haben wir die Chance, etwas Grosses zu erreichen. Eine Olympiamedaille zu gewinnen, ist ein grosser Traum.»
Natürlich weiss auch der routinierte Winnipeg-Powerstürmer, dass der Weg zu einer Medaille steinig ist. Sämtliche Teams können auf ihre besten Spieler zählen. Kanada, der 2. Gruppengegner der Schweiz am Freitag, ist gespickt mit zahlreichen NHL-Stars. Und auch die Tschechen um die Superstars David Pastrnak (Boston Bruins) und Martin Necas (Colorado Avalanche), auf welche die Nati zum Abschluss der Gruppenphase trifft, sind keinesfalls zu unterschätzen.