Die Curling-Wettkämpfe in Cortina sind aus Schweizer Sicht wenig erfolgreich angelaufen. Das Mixed-Team mit Briar Schwaller-Hürlimann und Yannick Schwaller verpasste die Halbfinals und konnte nicht in den Kampf um die Medaillen eingreifen. Dieses Szenario soll sich im Frauen-Turnier nicht wiederholen.
Das Schweizer Quartett um Skip Silvana Tirinzoni und Fourth Alina Pätz steigt top favorisiert ins olympische Turnier. Das äusserst erfolgreiche Duo, das seit Mai 2018 gemeinsame Sache macht und mehrfach WM- und EM-Gold gewonnen hat, will nun die Karriere krönen – und eine bittere Enttäuschung tilgen.
Vor 4 Jahren in Peking dominierten Tirinzoni/Pätz mit ihrem Team die Vorrunde (8 Siege in 9 Spielen), verloren dann aber den Halbfinal und das Bronzespiel und gingen leer aus. «Wir haben diese negative Erfahrung gemacht, aber wir sind eher stärker daraus hervorgegangen, als dass wir die Enttäuschung noch mittragen», sagt Tirinzoni heute.
Die Form stimmt
Würde es in Cortina mit der ersehnten Olympiamedaille klappen, es wäre nicht nur für das Quartett Tirinzoni, Pätz, Carole Howald, Selina Witschonke eine Erlösung, sondern für das Schweizer Curling generell. Das letzte olympische Edelmetall gab es bei den Frauen vor 20 Jahren (Silber), Gold fehlt in der Schweizer Frauen-Statistik.
Die Schweizerinnen reisten mit starken Resultaten im Gepäck nach Italien. In den 5 Grand-Slam-Turnieren der Saison mit den jeweils besten Teams der Welt (meistens 16) erreichten sie stets den Final und siegten zweimal. Im Januar triumphierte das Quartett als erstes Team zum 3. Mal in Folge an den Players’ Championships.
Die Medaille ist das Ziel
«Wir sind besser als noch 2022», sagt Tirinzoni am Tag vor dem Turnierbeginn gegenüber SRF. «Wir starten mit grossem Selbstvertrauen, denn wir waren sehr erfolgreich in den letzten 4 Jahren.» Die Zürcherin macht keinen Hehl aus den Ambitionen des Quartetts: «Wir wollen eine Medaille gewinnen, das darf man ehrlich so sagen.» Die 46-Jährige sagt aber auch: «Nur schon den Halbfinal zu erreichen, wird eine Herausforderung.»
Nur Witschonke ist Olympia-Neuling
Für Tirinzoni und Pätz sind es die 3. Olympischen Spiele – Pätz war 2014 als Ersatzspielerin dabei, Tirinzoni 2018 bereits als Skip (Rang 7). Howald war beim 4. Rang in Peking 2022 Ersatzspielerin, Witschonke ist erstmals bei Olympia dabei. «Sie sind sehr, sehr harte Arbeiterinnen und passen perfekt ins Team», sagt Tirinzoni über die Spielerinnen auf den Positionen 1 und 2.
Die Schweizerinnen starten am Donnerstag um 09:05 Uhr gegen Gastgeber Italien zur Mission Olympiamedaille. Der Final findet am 22. Februar, dem letzten Tag der Spiele, statt. Das Team Tirinzoni möchte dann noch im Einsatz stehen.