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Deschwandens Sternstunde Mit geliehenen Kleidern zu den Medaillenfeierlichkeiten

Gregor Deschwanden wird von seinem olympischen Skisprung-Märchen selbst überrascht.

Drei Medaillen hatte die Schweiz an diesem Montag schon. Mit einer vierten im Skispringen der Männer am Abend rechnete niemand – nicht einmal Gregor Deschwanden selbst. «Ich hätte mir das selber nicht zugetraut. Ich habe mein Zeug nicht einmal mitgenommen für die Medaillenfeier. Die Kleider sind alle ausgeliehen», lachte der Luzerner im SRF-Interview nach seinem Bronze-Coup.

Hätten die Olympischen Spiele in der letzten Saison stattgefunden, wäre Deschwanden als 6. im Gesamtweltcup und vierfacher Podestspringer wohl auf der Liste der Mitfavoriten aufgetaucht. Die Ergebnisse in dieser Weltcup-Saison hatten aber überhaupt nicht auf einen Erfolg schliessen lassen. Drei 10. Plätze waren im Einzel das höchste der Gefühle gewesen.

Schon im Probedurchgang stimmte das Gefühl

Völlig ohne Ansage kam die Medaille auf der für die Spiele neu gebauten Schanze in Predazzo allerdings doch nicht. «Nach dem Probedurchgang wusste ich, dass es funktioniert», so Deschwanden. Und die Bestätigung folgte auf dem Fuss: Zweimal Bestweite im Wettkampf. «Manchmal braucht man etwas Glück und den Tag dafür. Es ist der Hammer, dass es so geklappt hat. Es ist noch nicht ganz angekommen bei mir», versuchte der 34-Jährige seine Emotionen in Worte zu fassen.

Die Medaille nimmt in der Schweizer Skisprung-Geschichte einen besonderen Platz ein. Deschwanden ist nach Walter Steiner (Silber 1972 in Sapporo) und Doppel-Doppel-Olympiasieger Simon Ammann (2002 Salt Lake City und 2010 Vancouver) erst der dritte Schweizer, der sich bei Olympia Edelmetall umhängen lassen darf.

«Das ist so eine geniale Werbung für den Schweizer Skisprung-Sport. Die Schweiz ist konkurrenzfähig, sie ist zurück auf der Weltbühne», hob SRF-Experte Marco Grigoli hervor.

Was liegt auf der Grossschanze drin?

Und Deschwandens Höhenflug muss ja noch nicht vorbei sein: Am Samstag findet in Predazzo noch das Springen von der Grossschanze statt. Doppelte Freude dürfte es übrigens im Schweizer Frauen-Team gegeben haben: Olympiasieger Philipp Raimund ist der Sohn von Christian Raimund, der als Coach von Sina Arnet und Co. amtet.

SRF zwei, Sportlive, 09.02.2026, 19:00 Uhr ; 

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