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Einschätzung von Ralph Stöckli «Unglaublich erfolgreiche Spiele» dank «optimalen Bedingungen»

Der Chef de Mission Ralph Stöckli ist begeistert ob der Schweizer Ausbeute und Milano Cortina generell – hat aber auch Kritikpunkte.

Mit 23 Medaillen im Gepäck fährt die Schweizer Delegation so erfolgreich wie noch nie von Olympischen Winterspielen nach Hause. Im Vorfeld hatte Ralph Stöckli noch betont, eine gewisse Anzahl Edelmetall sei nicht das primäre Ziel, nun ist der Schweizer Chef de Mission trotzdem und wenig überraschend mehr als zufrieden.

«Mit dieser Anzahl Medaillen waren es unglaublich erfolgreiche Spiele, und einiges über den Erwartungen», resümiert der 49-jährige ehemalige Curler. «Es ist uns und den Verbänden gelungen, optimale Bedingungen zu schaffen für die Athletinnen und Athleten – und diesen ist es dann wiederum gelungen, am Wettkampftag zu liefern. Es zeigt, dass die Förderstrukturen in der Schweiz stimmig sind.»

Italiens mutiger Weg

Gastgeber Italien wählte für Milano Cortina 2026 erstmals überhaupt in der olympischen Geschichte ein dezentrales Konzept. Zu den zwei Gastgeberstädten gesellten sich sechs weitere Orte, insgesamt dienten 15 Wettkampfstätte der Austragung der 25. Winterspiele.

Dieses dezentrale Konzept funktioniert. An dem werden wir festhalten für das Projekt ‹Switzerland 2038›.
Autor: Ralph Stöckli Schweizer Chef de Mission

Stöckli meint dazu: «Italien hat einen mutigen und nachhaltigen Weg gewählt mit diesem dezentralen Konzept. Und Italien hat geliefert, was es uns versprochen hat.»

Es gäbe natürlich Verbesserungspotenzial. Dabei hebt der St. Galler vor allem zwei Punkte heraus:

  • Eingeschränktes olympisches Erlebnis: «Zentral sind die Athletinnen und Athleten und das Miteinander im olympischen Dorf. Dazu kommen die magischen Momente der Medaillenübergabe am Abend. Das hat hier beides ein bisschen gefehlt, das sollte verbessert werden.»
  • Teils fehlendes olympisches «Feuer»: «An einigen Standorten kam nicht die ganz grosse Euphorie und Stimmung auf. Die Zuschauerinnen und Zuschauer müssten mit einem einmaligen Erlebnis als Erinnerung nach Hause reisen können.»

Man müsse dabei aber immer im Hinterkopf behalten, dass es sich bei Olympischen Spielen um einen Mega-Event, um eine Herkulesaufgabe handeln würde – und es dementsprechend schwierig sei, alle Wünsche zu erfüllen.

Milano Cortina als Vorreiter für «Switzerland 2038»

Diese Herkulesaufgabe könnte auch der Schweiz bevorstehen: Swiss Olympic bewirbt sich um die Austragung der Winterspiele 2038 und steht aktuell als einziges Land in einem «privilegierten Dialog» mit dem Internationalen Olympischen Komitee (IOC). Damit hat die Schweiz die besten Chancen, bis Ende 2027 als Austragungsland gewählt zu werden.

Als mögliches Learning nimmt Stöckli deshalb aus Milano Cortina mit: «Dieses dezentrale Konzept funktioniert. An dem werden wir festhalten für das Projekt ‹Switzerland 2038›.»

SRF zwei, sportlive, 22.02.26, 14:15 Uhr ; 

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