Noch vor der offiziellen Eröffnungsfeier am Freitagabend gehen die Olympischen Spiele für die Schweizer Eishockeyspielerinnen los. Am Freitagnachmittag misst sich die Nati mit den Tschechinnen. Es ist der Auftakt von vier Partien in der Gruppe A, welche die Besonderheit hat, dass alle Teams wissen, dass sie bereits für die Viertelfinals qualifiziert sind. Nach Tschechien trifft die Schweiz auf Kanada, die USA und Finnland.
In der Vorrunde geht es also nur darum, sich einen möglichst leichten Gegner für die K.o.-Runde zu erspielen. Dennoch will Trainer Colin Muller die Partie mit vollster Ernsthaftigkeit angehen: «Für uns ist jedes Spiel wichtig. Gegen Tschechien wollen wir unbedingt gewinnen.»
Zuletzt war wenig zu holen
Gegen die Tschechinnen haben die Schweizerinnen zuletzt immer eher schlecht ausgesehen. Die letzten 9 Direktduelle gingen allesamt verloren. Zum Teil auch deutlich, wie bei der 0:7-Klatsche im WM-Viertelfinal im vergangenen April.
An diese Partien will Muller aber nicht mehr denken. Vielmehr gilt es, daraus die Lehren zu ziehen: «Sie haben seit einigen Jahren ein sehr starkes Team. Aber wir konnten gut dagegenhalten.» Für das Team gehe es auch darum, einen guten Start zu haben und den Gegnerinnen zu zeigen: «Wir sind nicht nur einfach dabei, um mitzuspielen. Wir wollen gewinnen.»
Vallario mit Heimvorteil
In der Schweizer Equipe befinden sich auch 8 Olympia-Debütantinnen. Bereits die Erfahrung von einer Teilnahme vorweisen kann Nicole Vallario. Die 24-Jährige bestritt in der laufenden Saison für die New York Sirens in der nordamerikanischen Profi-Liga PWHL 2 Matches. Für die Verteidigerin werden die Olympischen Spiele fast etwas zum Heimspiel: Die Tessinerin ist in Lugano geboren und aufgewachsen.
Dementsprechend gross ist auch die Vorfreude auf das Turnier: «Es ist sehr nah von zu Hause. Ich freue mich riesig auf die Spiele.» Sie wird fast schon auf einen eigenen Fanklub zählen können: «Meine Eltern kommen sicher an jedes Spiel. Dazu wohl auch mein Bruder und auch einige Freundinnen von zu Hause.»
Nach dem ersten Spiel am Nachmittag gegen die Tschechinnen geht es für die Spielerinnen dann direkt weiter, ab zur Eröffnungsfeier ins San Siro. Diese wollen sich die Schweizerinnen nicht entgehen lassen: «Es wird sicher etwas stressig, aber wir wollen da sein», sagte Vallario. «Wir müssen nach dem Spiel einfach alles etwas schneller machen.»