- Mathilde Gremaud holt in Milano Cortina 2026 im Slopestyle-Wettbewerb der Freeskierinnen wie schon vier Jahre zuvor Olympiagold.
- Die Freiburgerin zeigt in Livigno einen sagenhaften 2. Run und fängt ihre Hauptkonkurrentin Eileen Gu (CHN) ab.
- Mit Giulia Tanno (6.) überzeugt eine weitere Schweizerin bei ihrer Olympia-Premiere im Final.
Am Ende konnte es Mathilde Gremaud nur noch geniessen. Weil ihr der 2. Run im Slopestyle-Wettkampf der Freeskierinnen derart formidabel gelungen war, verkam ihr finaler Durchgang zur Triumphfahrt. Denn die 86,96 Punkte, die die Freiburgerin erhalten hatte, konnte niemand mehr knacken – auch nicht ihre grösste Widersacherin Eileen Gu (CHN), die in der Entscheidung Nerven zeigte.
Mit der Schweizer Fahne um den Hals sprang die grosse Medaillenhoffnung über den letzten Kicker. Im Ziel liess sie sich ein erleichtertes «Geil, Mann!» entlocken. All das unter dem Jubel zahlreicher mitgereister Fans und Lebenspartnerin Valentina Höll.
Einen Tag nach ihrem 26. Geburtstag darf Gremaud sich Doppel-Olympiasiegerin im Slopestyle nennen. Den olympischen Medaillensatz hatte sie ohnehin schon komplett. 4 Jahre nach dem Triumph brachte die Schweizerin nichts aus dem Konzept. Nicht einmal, dass sie im 1. Run ziemlich streng von den Judges benotet worden war.
Gremaud setzte einfach einen drauf: Nach sauberen Rails riskierte sie Sprünge mit enorm hohem Schwierigkeitsgrad, allesamt Double Corks mit mindestens 3 Schrauben. Vor allem der Switch Double Cork 1260 beim 2. der 3 Sprünge war eine Augenweide. Am Ende entschied sie den Wettkampf um 0,38 Punkte für sich. Bronze ging hinter Gu an Megan Oldham (CAN), die wie alle weiteren Kontrahentinnen mit dem Top-Duo nicht mithalten konnte.
| Platz | Athletin | Punkte |
|---|---|---|
| 1. | Mathilde Gremaud (SUI) | 86,96 |
| 2. | Eileen Gu (CHN) | 86,58 |
| 3. | Megan Oldham (CAN) | 76,46 |
| 4. | Kirsty Muir (GBR) | 76,05 |
| 5. | Mengting Liu (CHN) | 67,46 |
| 6. | Giulia Tanno (SUI) | 65,85 |
| 7. | Naomi Urness (CAN) | 64,73 |
| 8. | Anni Karava (FIN) | 63,51 |
Gremaud vs. Gu
Von Beginn weg stand der Wettkampf ganz im Zeichen des erwarteten Duells zwischen Gu und Gremaud. Die Chinesin legte stark vor – vorab mit einer ausgezeichneten Rail-Section – und ergatterte 86,58 Punkte. Gremaud versuchte zu kontern. Während sie starke Sprünge zeigte, wurden die Rails bei ihr etwas niedriger bewertet. Auf Gu fehlten ihr knapp 3 Zähler.
Gu konnte sich nicht steigern. Im 2. Run brach die gebürtige US-Amerikanerin nach einem Fehler auf den ersten Rails ab. Im 3. und letzten Durchgang unterlief der sonst so nervenstarken gebürtigen US-Amerikanerin derselbe Patzer erneut. Ganz im Gegensatz zu Gremaud, deren 2. Run wohl noch lange in diversen Highlight-Videos der Olympischen Spiele und des Sportjahres überhaupt auftauchen wird.
Mit Giulia Tanno hatte sich eine zweite Schweizerin für den Final qualifiziert. Sie absolvierte ihre Olympia-Premiere mit Bravour. Gleich der 1. Run wurde mit 65,85 Punkten belohnt. Die Bündnerin, in der Vergangenheit so oft von Verletzungen ausgebremst, beendete den Wettkampf letztlich als achtbare Sechste und schnappte sich ein Diplom.