Das Podest
- Gold: Federica Brignone (ITA) 2:13,50 Minuten
- Silber: Sara Hector (SWE) und Thea Louise Stjernesund (NOR) je +0,62 Sekunden
Federica Brignone ist die Königin von Cortina! Drei Tage nach ihrem Coup im Super-G entschied die Italienerin auch den Riesenslalom für sich. Brignone tat dies nicht irgendwie, sie deklassierte in einem ansonsten ultra-engen Rennen die Konkurrenz. 0,62 Sekunden legte die 35-Jährige zwischen sich und die gemeinsam zweitplatzierten Sara Hector und Thea Louise Stjernesund.
Brignone hatte den Grundstein zu ihrer insgesamt 5. Olympiamedaille im 1. Lauf gelegt. Als Hector, Stjernesund und Lara Colturi (ALB) zeitgleich Platz 1 belegten, nahm die Einheimische diesem Trio mit Startnummer 14 satte 74 Hundertstel ab. Später schoben sich noch Lena Dürr (GER) und Sofia Goggia (ITA) dazwischen. Dieses Duo fuhr indes am Nachmittag an den Medaillen vorbei.
Brignone lässt alle ungläubig zurück
Das Märchen, das Brignone in Cortina schrieb, ist kaum zu glauben. Am 3. April 2025 war sie an den italienischen Meisterschaften schrecklich gestürzt. Horror-Diagnose: doppelter Schien- und Wadenbeinbruch sowie Kreuzbandriss. Vor weniger als einem Monat erst kehrte Brignone in den Weltcup zurück, bestritt vor Olympia bloss zwei Rennen.
Und nun wies «Fede» sowohl im Super-G als auch im Riesenslalom alle in die Schranken. Eine Leistung, die nicht hoch genug einzuschätzen ist – und die Konkurrenz staunen lässt. «Federica hatte einen Horror-Sommer. Es ist unglaublich, was sie macht», sagte Camille Rast stellvertretend für das ganze Fahrerinnenfeld.
Die Schweizerinnen
- 12. Camille Rast +0,99 Sekunden
- 23. Vanessa Kasper +2,32
- 24. Sue Piller +2,35
- Nicht am Start: Wendy Holdener
Für Rast, der Zweitplatzierten in der Riesenslalom-Wertung, lagen die Medaillen schon nach dem 1. Lauf fast ausser Reichweite. Zwar war die Walliserin bei der 1. Zwischenzeit die Schnellste und belegte bei der 2. Zwischenzeit noch immer Rang 2. Doch der 3. Sektor misslang ihr komplett (29.-beste Zeit), so dass sie bei Halbzeit nur auf Rang 12 lag – 68 Hundertstel hinter dem Podest.
Das gleiche Bild im 2. Lauf: Im Mittelteil konnte Rast nicht mit der Spitze mithalten. Am Ende resultierte für sie der enttäuschende 12. Schlussrang.
Wendy Holdener verzichtete kurzfristig auf einen Riesenslalom-Start. Die Schwyzerin fokussiert sich voll und ganz auf den Spezial-Slalom vom Mittwoch, in welchem sie zu den Medaillenkandidatinnen gehört.
Vanessa Kasper und Sue Piller verloren im 1. Lauf über 2 Sekunden auf die Bestzeit (Plätze 23 und 28). Am Nachmittag verpassten beide den grossen Sprung nach vorne. Letztlich war Kasper drei Hundertstel schneller als ihre Teamkollegin.
Ein Duo doppelt gleich schnell
Wie eng das Rennen hinter Brignone war, zeigt der Umstand, dass Rast auf Rang 12 letztlich nur 37 Hundertstel hinter dem Silber-Duo lag. Dieses sorgte übrigens für eine absolute Seltenheit: Hector und Stjernesund fuhren sowohl im 1. als auch im 2. Lauf die exakt gleiche Zeit – und teilen sich folgerichtig auch auf dem Podest den Platz.
So geht es weiter
Vier der fünf Frauen-Rennen in Cortina sind absolviert. Ausstehend ist einzig noch der Slalom. Dieser geht am Mittwoch über die Bühne und bildet den Abschluss der Ski-Alpin-Wettkämpfe der Olympischen Spiele in Milano Cortina.
Milano Cortina 2026