Arrivederci Italien, au revoir 2030 in Frankreich: Nach dem Spektakel auf Schnee und Eis haben sich die Athletinnen und Athleten bei der Schlussfeier in Verona von den 25. Olympischen Winterspielen verabschiedet. Um 22:36 Uhr am Sonntagabend erklärte IOC-Präsidentin Kirsty Coventry den Grossanlass für beendet.
Erstmals ging der Abschluss an einem Ort über die Bühne, wo es überhaupt keine Wettbewerbe gegeben hatte: weder bei den offiziellen Gastgebern in Mailand und Cortina d'Ampezzo noch in einem anderen der Austragungsorte, sondern in der antiken Arena von Verona. Das fast 2000 Jahre alte Amphitheater ist durch grosse Opern-Aufführungen im Sommer bekannt.
Entsprechend begann die Schlussfeier auch mit einer Ode an die italienische Oper. Ein Einspielfilm mit dem Titel «A Night at the Opera» («Eine Nacht in der Oper») zeigte berühmte Figuren aus Opern wie Giuseppe Verdis «Aida» und «Rigoletto», die dann plötzlich auf der Bühne standen. Die Show vor mehr als 8000 Zuschauern wurde in viele Länder live übertragen.
Kälin erhält Bronzemedaille
Alina Müller, die das Schweizer Eishockey-Nationalteam zu Bronze geschossen hatte, trug die Schweizer Fahne in die historische Stätte. Anschliessend durfte sich auch der Rest der verbliebenen Schweizer Delegation dem Publikum präsentieren. Ein weiterer Höhepunkt war die Übergabe der Medaillen an die drei besten Langläuferinnen des bei den Frauen erstmals ausgetragenen 50-km-Rennens. Nadja Kälin durfte ihre bronzene Auszeichnung in einem mehr als würdigen Rahmen entgegennehmen.
Coventry lobt Gastgeber Italien
Obwohl die Wettbewerbe auf so viele Orte verteilt waren wie noch nie, gab es für Italien international viel Applaus. IOC-Präsidentin Coventry fand für den Gastgeber bereits kurz vor der Schlussfeier lobende Worte. «Ich glaube nicht, dass man diese Spiele verlassen kann, ohne von dem, was wir bei den Wettkämpfen gesehen haben, inspiriert zu sein», sagte sie. Nach Angaben der Veranstalter wurden insgesamt 1,3 Millionen Eintrittskarten verkauft, etwa 150'000 seien ungenutzt geblieben.
Es gab aber auch Kritik an den Spielen. Sie richtet sich unter anderem dagegen, dass trotz anderslautender Pläne Sportstätten wie der Eiskanal in Cortina völlig neu gebaut oder wie das Biathlon-Stadion in Antholz enorm ausgebaut wurden. Mehrere hundert Menschen demonstrierten in Verona vor Beginn der Schlussfeier.
Die nächsten Winterspiele werden in vier Jahren in den französischen Alpen ausgetragen. Zuvor finden 2028 die Sommerspiele in Los Angeles statt.