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«Lollo» verzückt Heimpublikum Francesca Lollobrigida: Erst Zweifel, dann Doppel-Olympiasiegerin

Die italienische Eisschnellläuferin mit berühmtem Nachnamen wollte die Olympischen Winterspiele schon abhaken. Doch ihr Vater redete auf sie ein.

Sie hat es schon wieder getan: Am Donnerstag sicherte sich Eisschnellläuferin Francesca Lollobrigida im Rennen über 5000 m ihre zweite Goldmedaille bei Milano Cortina 2026. Mit einem hauchdünnen Vorsprung von nur 0,1 Sekunden setzte sich die Italienerin gegen Merel Conijn (NED) durch – sehr zur Freude des Heimpublikums.

Bei jeder Runde von Lollobrigida standen die zahlreichen Fans im Milano Speed Skating Stadium auf und jubelten. «Als ich die Zeiten sah, wusste ich, dass ich einen persönlichen Rekord und den italienischen Rekord aufstellen muss, um Conijn zu schlagen», sagte Lollobrigida hinterher. Sie war in der letzten Gruppe eingeteilt.

Olympiagold am Geburtstag

Schon am Samstag hatte Lollobrigida über 3000 m Olympiagold gewonnen. Es war die erste olympische Goldmedaille Italiens im Eisschnelllauf der Frauen und das ausgerechnet noch an Lollobrigidas 35. Geburtstag.

«Die 3000 Meter sind mein Lieblingsrennen, und ich bin glücklich, dass ich dort Gold gewonnen habe», sagte Lollobrigida. «Aber auch die 5000 Meter liegen mir am Herzen, weil ich in dieser Disziplin letztes Jahr den Weltmeister-Titel gefeiert habe. Deshalb wollte ich mich mit einer olympischen Goldmedaille auf derselben Distanz erneut beweisen. Und das habe ich geschafft.»

Für den Junior ist Karneval wichtiger

Während ihr Sohn Tommaso am Samstag der Star der Feierlichkeiten nach dem Rennen gewesen war, verbrachte der Zweieinhalbjährige den Donnerstag wieder zu Hause. Zusammen mit ihrem Ehemann Matteo Angeletti entschied Lollobrigida, dass Karneval im Kindergarten wichtiger ist, als der Mutter beim Kampf um eine weitere Goldmedaille zuzusehen.

Sie wollte aufhören, das hat sie mir vor Weihnachten unter Tränen gestanden.
Autor: Maurizio Lollobrigida Vater von Francesca Lollobrigida

Nach dem 5000-m-Rennen unterbrach Lollobrigida ihre Medienaktivitäten, um mit ihrem Sohn und anderen Verwandten per Videoanruf zu sprechen. Man konnte hören, wie Lollobrigidas Mutter zu ihr sagte, dass sie ihr Versprechen gehalten habe. «Ich habe ihr versprochen, mich zu amüsieren, mein Lächeln zurückzugewinnen und ohne Druck zu laufen», sagte eine strahlende Lollobrigida.

Die Grossnichte von Gina Lollobrigida, Filmstar der 1950er- und 1960er-Jahre, hatte vor den Olympischen Winterspielen gesundheitliche Probleme gehabt. «Sie wollte aufhören, das hat sie mir vor Weihnachten unter Tränen gestanden», erklärte Lollobrigidas Vater Maurizio. Seine Antwort sei aber klar gewesen: «Nein, Francesca, zu den Olympischen Spielen fahren wir. Selbst humpelnd fahren wir hin.»

Radio SRF1, Morgengespräch, 09.02.2026, 6:17 Uhr ; 

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