Zum 26. Mal gehört das Eishockey-Turnier der Männer in Milano Cortina zum olympischen Programm. Zum erst 6. Mal allerdings wurde die NHL-Saison unterbrochen, damit auch die Spieler aus der weltbesten Liga bei Olympia teilnehmen können (1998, 2002, 2006, 2010, 2014, 2026).
3 der bisher 5 Olympia-Turniere mit NHL-Beteiligung wurden von Kanada gewonnen, darunter auch die letzten beiden 2010 in Vancouver und 2014 in Sotschi. Es wäre zwar keine Sensation, wenn die Goldmedaille in Milano Cortina nicht an die Ahornblätter gehen würde, denn die Konkurrenz ist durchaus gross. Gewiss wäre es aber eine Überraschung.
Der Top-Favorit
Wirft der eingefleischte Eishockey-Fan einen Blick auf das kanadische Kader, läuft ihm das Wasser im Mund zusammen. Sidney Crosby, Connor McDavid, Nathan MacKinnon, Cale Makar und und und. An der Bande angeführt wird das Mutterland des Eishockey von Trainer Jon Cooper, einem zweifachen Stanley-Cup-Champion und dem aktuell wohl renommiertesten Headcoach in der NHL.
Der grösste Herausforderer
Die USA streben ihr erstes Olympia-Gold seit Lake Placid 1980 an. Am letztjährigen «4 Nations Face-Off», einem NHL-Vierländerturnier mit Kanada, den USA, Schweden und Finnland, bewiesen die Amerikaner, dass sie Kanada durchaus auf Augenhöhe begegnen können.
In der Vorrunde gewannen die USA mit 3:1, im Final siegten die Kanadier mit 3:2 nach Verlängerung. Die Olympia-Kader der beiden nordamerikanischen Eishockey-Grössen sind fast identisch zu jenen am «4 Nations Face-Off».
Ein Quintett mit Ambitionen
- Schweden: «Tre Kronor» hat bewiesen, dass es auch in der Lage ist, Olympiagold zu holen, wenn Kanada und die USA auf ihr bestmögliches Aufgebot zählen können. 2006 in Turin setzten sich die Schweden die Krone auf. Auch 2026 gehören sie zweifelsohne zu den Medaillenkandidaten.
- Finnland: Die Olympiasieger von Peking 2022 haben mit Mikko Rantanen einen absoluten Weltklasse-Stürmer in ihren Reihen. «Suomi» ist neben Kanada, den USA und Schweden das 4. Team, das fast ausschliesslich mit NHL-Akteuren bestückt ist.
- Tschechien: Beim Goldgewinner von 1998 in Nagano ruhen die Hoffnungen vor allem auf Stürmer David Pastrnak. Die Ausgangslage der Tschechen ist vergleichbar mit jener der Schweiz.
- Schweiz: Die Nati ist in den letzten Jahren näher an die Top-Nationen herangerückt, das zeigen die gewonnenen Silbermedaillen an den WM-Turnieren 2024 und 2025. Bei Olympia wird das Niveau aufgrund der NHL-Beteiligung aber nochmals bedeutend höher sein. Wie gut die goldene Generation der Schweiz samt ihren NHL-Stars mit der absoluten Weltspitze mithalten kann, wird sich in Milano Cortina zeigen.
- Deutschland: Noch nie war die DEB-Equipe dermassen gut besetzt wie in Milano Cortina. Leon Draisaitl, Tim Stützle und Moritz Seider lassen Deutschland von einer Olympiamedaille träumen.
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Bild 1 von 10. Connor McDavid (Kanada). Der 29-Jährige gilt als bester Spieler der Welt. McDavid gewann bereits dreimal die Hart Trophy für den besten Spieler der NHL sowie fünfmal die Art Ross Trophy für den besten Punktesammler der Regular Season. Bildquelle: Getty Images/Derek Cain.
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Bild 2 von 10. Nathan MacKinnon (Kanada). Die Explosivität des Colorado-Superstars ist einzigartig. Wenn MacKinnon Tempo aufnimmt, ist er kaum zu bremsen. Der 30-Jährige knackte in den letzten drei NHL-Saisons jeweils die 100-Punkte-Marke. Bildquelle: Imago Images/Imagn Images.
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Bild 3 von 10. Leon Draisaitl (Deutschland). Der Stürmer der Edmonton Oilers ist schon jetzt der grösste deutsche Spieler der Geschichte. Draisaitl hat mit 30 Jahren bereits über 1000 NHL-Skorerpunkte auf dem Konto. Bildquelle: Imago Images/Imagn Images.
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Bild 4 von 10. Auston Matthews (USA). Hierzulande dürfte der US-Amerikaner aus seiner Zeit bei den ZSC Lions (2015/16) noch bekannt sein. Längst hat sich Matthews auch in der NHL zu einer Punktemaschine entwickelt. Sein Abschluss gehört zu den allerbesten. Bildquelle: Imago Images/Imagn Images.
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Bild 5 von 10. Sidney Crosby (Kanada). Auch mit 38 Jahren ist der Pittsburgh-Captain für die Kanadier unverzichtbar. Crosby gehört dem elitären Triple Gold Club an. In Milano Cortina wird der dreifache Stanley-Cup-Champion bereits an seinen dritten Olympischen Spielen teilnehmen. Und das, obwohl die NHL-Spieler 2018 und 2022 fehlten. Bildquelle: Getty Images/Steph Chambers.
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Bild 6 von 10. Connor Hellebuyck (USA). Im vergangenen Jahr war der 32-jährige Goalie hauptverantwortlich dafür, dass Winnipeg die Regular Season dominierte und auf Rang 1 abschloss. Wenig überraschend wurde Hellebuyck für seine Leistungen mit der Hart Trophy belohnt. Bei Insidern gilt er als bester Goalie in der NHL. Bildquelle: Getty Images/Jonathan Kozub.
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Bild 7 von 10. David Pastrnak (Tschechien). Seine Skorer-Qualitäten bekam die Schweiz in jüngerer Vergangenheit hautnah zu spüren. Im WM-Final 2024 in Prag erzielte Pastrnak gegen die Schweiz das spielentscheidende 1:0. In der NHL ist der 29-jährige Flügelstürmer seit Jahren die Lebensversicherung der Boston Bruins. Bildquelle: Getty Images/China Wong.
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Bild 8 von 10. Cale Makar (Kanada). Einen dynamischeren Verteidiger als Makar gibt es in der NHL nicht. Offensiv war der 27-Jährige schon immer Spitzenklasse, in den letzten Jahren konnte sich Makar aber auch defensiv stark verbessern. Er wird das kanadische Powerplay von der blauen Linie aus dirigieren. Bildquelle: Getty Images/Michael Martin.
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Bild 9 von 10. Mikko Rantanen (Finnland). 1,93 Meter gross und über 100 Kilogramm schwer: Den 29-jährigen Flügelstürmer von der Scheibe zu trennen, gleicht einer Mammutaufgabe. Dazu kommt, dass Rantanen sowohl als Vorlagengeber als auch als Torschütze glänzen kann. Es ist kein Zufall, dass der Finne bereits mehrmals die 100-Punkte-Marke knacken konnte. Bildquelle: Getty Images/Ezra Shaw.
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Bild 10 von 10. William Nylander (Schweden). Am Stock macht dem 29-Jährigen kaum einer etwas vor. Mit seinen Finten sorgt Nylander immer wieder für Spektakel. Im Team der Schweden wird der Toronto-Flügel für das kreative Element verantwortlich sein. Bildquelle: Reuters/Dan Hamilton.
Der Modus
Die 12 Teilnehmer-Nationen konkurrieren in 3 Vierergruppen. Die Gruppensieger sowie der beste Gruppenzweite qualifizieren sich direkt für die Viertelfinals.
Die anderen 8 Teams machen in einer Playoff-Runde die restlichen 4 Viertelfinal-Plätze unter sich aus. Dabei trifft das fünftbeste Team der Vorrunde auf das schlechteste, das sechstplatzierte auf das zweitschlechteste und so weiter.
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Gruppe A Kanada Tschechien Schweiz Frankreich |
Gruppe B Finnland Schweden Slowakei Italien |
Gruppe C USA Deutschland Lettland Dänemark |