- Michail Schaidorow wird überraschend Olympiasieger im Eiskunstlauf. Ilia Malinin versagen in der Kür komplett die Nerven.
- Lukas Britschgi beendet den Wettkampf in Mailand auf dem 14. Platz. Im Vergleich zum Kurzprogramm (19.) gelingt ihm eine Steigerung.
Mit diesem Ausgang hätten in der Milano Ice Skating Arena wohl die wenigsten gerechnet: Nicht der zweifache Weltmeister Ilia Malinin holte sich die Goldmedaille, sondern überraschend Michail Schaidorow. Der Kasache, der nach dem Kurzprogramm auf Platz 5 gelegen hatte, konnte sein Glück kaum fassen. Mit 291,58 Punkten verwies er die beiden Japaner Yuma Kagiyama (280,06) und Shun Sato (274,90) auf die weiteren Medaillenränge.
Doppelweltmeister Malinin avancierte zur tragischen Figur. In der Kür brachte der US-Amerikaner in Führung liegend keinen Fuss vor den anderen. Bei den Sprungelementen blockierte er komplett und war auch sonst ein Schatten seiner selbst. Er, der mit 238,24 Punkten den Rekordwert für eine Kür hält, erhielt für seinen fehlerhaften Auftritt nur gerade 156,33 Zähler. Er fiel vom ersten auf den 8. Schlussrang zurück.
Britschgi macht Sprung nach vorne
Lukas Britschgi zog sich an seinen zweiten Olympischen Spielen derweil ehrenwert aus der Affäre. Der Schaffhauser steigerte sich in der Kür noch um 5 Ränge und beendete den Wettkampf als 14. Der ganz grosse Sprung nach vorne blieb indes aus. Dafür hätte es eine perfekte Darbietung gebraucht. Diese glückte dem bald 28-Jährigen jedoch nicht.
Im Gegensatz zum Kurzprogramm, in dem ihm bereits zu Beginn ein Fehler unterlaufen war, zeigte sich Britschgi zwar von Anfang an bereit. Die ersten Sprünge, darunter eine Vierfach-/Dreifach-Toeloop- sowie eine Dreifach-Doppel-Doppel-Axel-Kombination, stand er mühelos. Im gleichen Stil ging es weiter.
Saisonbestleistung verpasst
Dann jedoch misslang der Dreifach-Lutz, der von einem Dreifach-Toeloop hätte gefolgt werden sollen. Wenig Punkte gab es auch für die letzte Sprungsequenz, die nur doppelt statt dreifach geriet. Die Kür wurde schliesslich mit 165,77 Punkten bewertet. Britschgi blieb damit knapp 5 Zähler unter seiner Saisonbestleistung. Insgesamt kam er auf einen Score von 246,64. Zum Vergleich: Bei seinem 6. Platz an der WM 2024 in Montreal hatte er knapp 30 Punkte mehr errungen (274,09).
Hätte er sein Leistungsmaximum erreicht, wäre in Mailand das angestrebte Diplom oder gar mehr möglich gewesen. Die Top 15 dürften Britschgi dennoch versöhnlich stimmen. Vor vier Jahren in Peking war er noch 23. geworden.