Das Podest
- Gold: Lucas Pinheiro Braathen (BRA) 2:25,00 Minuten
- Silber: Marco Odermatt (SUI) +0,58 Sekunden
- Bronze: Loïc Meillard (SUI) +1,17
Lucas Pinheiro Braathen hat brasilianische Sportgeschichte geschrieben. Der in Oslo geborene, aber seit 2024 für Brasilien startende Supertechniker entschied den Riesenslalom bei Milano Cortina 2026 mit deutlichem Vorsprung für sich. Es ist die allererste Medaille Brasiliens bei Olympischen Winterspielen.
Pinheiro Braathen nahm die Entscheidung in Bormio als klarer Halbzeit-Führender in Angriff und brachte auch den 2. Lauf souverän ins Ziel. Bei heftigem Schneefall verwaltete der 25-Jährige seinen Starthaus-Vorsprung von beinahe einer Sekunde auf Marco Odermatt konzentriert. Pinheiro Braathen war letztlich noch 58 Hundertstel schneller als Odermatt. Loïc Meillard rutschte vom Silber- auf den Bronzeplatz. Thomas Tumler verpasste als 4. noch das Podest, dem 36-Jährigen fehlten 28 Hundertstel zur Bronzemedaille.
Die Basis für seinen historischen Triumph hatte Pinheiro Braathen schon im 1. Lauf gelegt. Der 25-Jährige eröffnete das Rennen mit Startnummer 1 und profitierte dadurch von idealen Pistenverhältnissen. Von oben bis unten gelang ihm ein perfekter 1. Durchgang mit viel Zug und ohne jegliche Wackler. An Pinheiro Braathens Richtzeit kam keiner der Konkurrenten auch nur annähernd heran.
Silber für Odermatt, Bronze an Meillard
Pinheiro Braathen verhinderte nicht nur einen Schweizer Dreifachsieg, sondern auch den 4. Schweizer Erfolg im 4. Olympia-Rennen bei den Männern.
Odermatt, Meillard und Tumler hatten sich nach dem 1. Lauf auf den vielversprechenden Rängen 2 bis 4 befunden. Im 2. Durchgang setzten die 3 Schweizer dann nacheinander jeweils eine klare neue Bestzeit in den Schnee:
- Tumler macht den Anfang, indem er den bis dato Führenden Atle Lie McGrath (NOR) nach hervorragenden ersten 2 Sektoren um letztlich 37 Hundertstel distanziert.
- Auf Tumler folgt Meillard, dem ein ebenso zügiger 2. Lauf gelingt. Der Walliser überquert die Ziellinie mit einem Vorsprung von 28 Hundertsteln und übernimmt die Spitzenposition.
- Diese belegt Meillard jedoch nur kurz, weil auch Odermatt nochmals alles in die Waagschale wirft. Odermatt überzeugt – ähnlich wie Tumler – vor allem in den ersten beiden Rennabschnitten, ist zwischenzeitlich über eine Sekunde schneller. Im Ziel verbleibt noch ein Vorsprung von 59 Hundertsteln auf Meillard. Eine angriffige Fahrt, die auch aufgrund der (zu) grossen Hypothek aus dem 1. Durchgang aber nicht zu Gold reichen sollte.
Aerni auf Rang 18
- 18. Luca Aerni +3,19 Sekunden
Luca Aerni konnte bei seinen insgesamt 4. Olympischen Winterspielen und seinem 2. Olympia-Riesenslalom nach Pyeongchang 2018 (Rang 19) nicht über sich hinauswachsen. Der 32-Jährige rettete seinen Starthaus-Vorsprung von 57 Hundertsteln gerade noch ins Ziel. Am Ende belegte Aerni Rang 18.
So geht's weiter
Noch eine Entscheidung steht bei den Männern an den Olympischen Winterspielen aus: der Slalom. Dieser findet nach einem Ruhetag für die Männer am Montag statt. Der Start des 1. Laufs ist auf 10 Uhr geplant, der 2. Lauf soll dann ab 13:30 Uhr über die Bühne gehen.