- Nach Olympiabronze auf der Normalschanze gelingt Gregor Deschwanden auf der Grossschanze kein weiterer Exploit.
- Der 34-Jährige belegt in Predazzo als bester Schweizer den 13. Rang. Sandro Hauswirth wird 28., Felix Trunz verpasst den 2. Durchgang als 38. klar.
- Saison-Dominator Domen Prevc (SLO) holt vor Ren Nikaido (JPN) und Kacper Tomasiak (POL) Gold.
Nach dem sensationellen Gewinn der Bronzemedaille auf der Normalschanze waren auch auf dem grossen Bakken alle Schweizer Augen auf Gregor Deschwanden gerichtet. Dem Luzerner gelang am Samstagabend in Predazzo derweil kein weiterer Exploit. Der 34-Jährige belegte auf der Grossschanze den 13. Schlussrang und war damit bester Schweizer.
Nach dem ersten Durchgang hatte Deschwanden mit einem 129,5-Meter-Satz noch den 14. Rang belegt. Durch einen um 1,5 Meter weiteren Sprung in der Finalrunde verbesserte er sich noch um einen Rang. Für den ganz grossen Sprung reichte es allerdings nicht. Auf einen Top-8-Rang, der ihm ein olympisches Diplom beschert hätte, fehlten Deschwanden stattliche 15,1 Punkte.
Mit Sandro Hauswirth schaffte es als 20. ein weiterer Schweizer in den zweiten Durchgang. Dort sprang er aber nur noch 124 Meter weit, weshalb er noch acht Plätze zurückfiel. Felix Trunz verpasste den Finaldurchgang als 38. klar.
Der Favorit holt Gold
Den Sieg errang Saison-Dominator Domen Prevc. Der Slowene machte mit einem Schanzenrekordsprung im zweiten Durchgang den Unterschied. Nach dem ersten Versuch hatte er sieben Punkte hinter Ren Nikaido (JPN) noch den zweiten Zwischenrang belegt. Ein 141,5 Meter weiter Satz in der Finalrunde brachten ihm aber genügend Punkte ein, um den Japaner noch zu überholen.
Am Ende gewann Prevc, der als einziger die 300-Punkte-Marke knackte, mit 6,8 Zählern Vorsprung seine erste Einzel-Goldmedaille an Olympischen Spielen. Nikaido holte Silber. Bronze ging an das erst 19-jährige polnische Wunderkind Kacper Tomasiak.
Schlappe für Österreich
Die so stolze Skisprung-Nation Österreich musste an Olympischen Winterspielen derweil eine weitere Enttäuschung einstecken. Seit Sotschi 2014 gewann «Rot-Weiss-Rot» nur einmal eine Einzelmedaille bei den Männern – Manuel Fettner holte in Peking vor vier Jahren Bronze auf der Normalschanze. Weiteres Edelmetall kam am Samstagabend nicht dazu.
Mit Stefan Kraft (36.) und dem wegen eines 4 Millimeter zu langen Schuhs disqualifizierten Daniel Tschofenig schieden zwei der vier Trümpfe schon im ersten Durchgang aus. Youngster Stephan Embacher wurde Siebter, Jan Hörl verpasste Bronze als Fünfter um 4,3 Punkte. Eine letzte Chance auf eine Skisprung-Medaille bietet sich Österreich am Montag im Team-Wettkampf.