Der Top-Favorit
- Marco Odermatt
Die olympischen Wettkämpfe sind bislang nicht nach dem Gusto von Marco Odermatt verlaufen. Zwar hat der Nidwaldner in der Team-Kombi Silber und im Super-G Bronze gewonnen. Doch im Super-G und in der Abfahrt, wo er den 4. Platz belegte, war die Goldmedaille das grosse Ziel – und dieses erreichte der Weltcup-Dominator der letzten vier Jahre nicht. Nach den Rennen konnte Odermatt seine Enttäuschung darüber nicht verbergen.
Im Riesenslalom vom Samstag hat Odermatt nun die letzte Chance auf Gold in Bormio. Wie bei seinem Triumph vor vier Jahren in Peking geht der 28-Jährige als klarer Favorit ins Rennen. Odermatt hat im Weltcup in diesem Winter drei Riesenslaloms gewonnen und führt die Disziplinen-Wertung an. So dominant wie in früheren Jahren ist der Schweizer in seiner Paradedisziplin indes nicht mehr.
Schweizer Stimmen
Die grössten Herausforderer
- Lucas Pinheiro Braathen (BRA)
- Loïc Meillard
Lucas Pinheiro Braathen hat in dieser Saison im Riesenslalom einen wahren Steigerungslauf hingelegt. In Sölden im 1. Lauf noch ausgeschieden, beendete er die letzten drei Rennen vor Olympia jeweils auf dem 2. Platz. Nur allzu gerne würde Pinheiro Braathen die 1. Medaille für Brasilien an Winterspielen gewinnen.
Der einzige mehrfache Saisonsieger neben Odermatt ist Teamkollege Loïc Meillard, der in den «Riesen» in Val d'Isère und zuletzt Schladming triumphierte. Hinter Pinheiro Braathen belegt Meillard in der Riesenslalom-Wertung Rang 3.
Die weiteren Herausforderer
- Stefan Brennsteiner (AUT)
- Marco Schwarz (AUT)
- Henrik Kristoffersen (NOR)
Stefan Brennsteiner und Marco Schwarz fahren zwar nicht so konstant wie Odermatt. Dass die beiden Österreicher aber in der Lage sind, an einem einzelnen Tag obenaus zu schwingen, haben sie diesen Winter mit ihren Siegen in Copper Mountain (Brennsteiner) und Alta Badia (Schwarz) bewiesen.
Gleiches gilt für Henrik Kristoffersen. Der letzte Riesenslalom-Triumph des Norwegers liegt allerdings fast ein Jahr zurück. Zudem enttäuschte er zuletzt in Schladming mit Rang 18. Doch Kristoffersen brennt auf Olympia und sehnt sich bei seiner 4. Teilnahme nach dem ganz grossen Coup.
Die restlichen Schweizer
- Luca Aerni
- Thomas Tumler
In Val d'Isère überraschte Luca Aerni, als er im 2. Lauf von Position 13 auf das Podest fuhr und hinter Meillard Zweiter wurde. Seither kam der 32-jährige Routinier indes nie mehr über Platz 10 hinaus. Thomas Tumler hat in dieser Saison zwar fünf Top-16-Resultate vorzuweisen, besser als Neunter war er aber nie. Beim letzten «Riesen» in Schladming schieden sowohl Tumler als auch Aerni im 1. Lauf aus.
Das Podest 2022 in Peking
- Gold: Marco Odermatt
- Silber: Zan Kranjec (SLO)
- Bronze: Mathieu Faivre (FRA)
Vom Medaillen-Trio in Peking ist nur noch ein Duo dabei. Mathieu Faivre trat vor dieser Saison zurück. Ein weiterer Podestplatz von Zan Kranjec wäre eine kleine Sensation. Der Slowene tut sich in diesem Winter schwer, seine letzte Top-3-Rangierung gelang ihm vor 14 Monaten.