Patrick Fischers Olympiakader für Milano Cortina 2026 sorgt nur für wenig Stirnrunzeln in den grossen Schweizer Medienhäusern. Diskutiert wird primär, dass WM-Topskorer Tyler Moy ebenso im Aufgebot fehlt wie NL-Stürmer Théo Rochette und Verteidiger Dominik Egli.
Das andere Thema: dass Goalie-Routinier Reto Berra hingegen ein Aufgebot erhalten hat. Bei ihm hatte der Blick schon im Vorfeld der Kaderbekanntgabe betont, ein mögliches Olympia-Aufgebot «stösst doppelt sauer auf»: Einerseits, weil er einem jüngeren Keeper den Platz wegnähme, andererseits, weil er im letzten Frühling eine Auszeit einem Nati-Aufgebot vorzog.
Die Reaktionen im Überblick:
- Tages-Anzeiger: «Als wohl grösste Überraschungen fehlen Lakers-Stürmer Moy, an der WM mit zwölf Punkten der Schweizer Topskorer, sowie der bei Frölunda engagierte Verteidiger Egli. Beide sind kreative Elemente, und davon hat Fischer, der aus allen NHL-Schweizern schöpfen kann, für Olympia wohl schon ausreichend.»
- NZZ: «Die 25 nominierten Schweizer Nationalspieler totalisieren gemeinsam 1759 Länderspieleinsätze. Am erfahrensten sind die Torhüter Berra (2014, 2022) und Leonardo Genoni (2018, 2022), die ihr 3. Olympiaturnier absolvieren werden. Trotzdem scheint die Torhüterposition jene, die mit den meisten Fragezeichen behaftet ist. Genoni und Berra stehen [...] in der Spätphase ihrer Karriere – und wurden jüngst wiederholt von Verletzungen gebremst.»
- Watson: «Die Schillerfalter der heimischen Liga bleiben zu Hause. Zu weich, zu leicht, zu wenig widerstandsfähig für ein Turnier der besten Spieler der Welt (also der NHL-Stars), das nicht nur gespielt, sondern überstanden werden will und härter, intensiver als jede WM wird. Selbst Rochette, Liga-Topskorer, der die Leichtigkeit des Seins und der Vollendung des finalen Torschusses verkörpert wie sonst niemand mit Schweizer Pass, darf nicht nach Mailand reisen.»
«Wer mag, kann kritisieren: Warum ist nicht Stéphane Charlin (25) der dritte Mann? Turniererfahrung täte ihm gut. Neben Akira Schmid ist er der Mann der Zukunft. Aber das ist nur eine Randnotiz.»
Spieler wie Egli, Hofmann oder Rochette sind nicht für das intensive Spiel geschaffen. Ein Härtefall ist hingegen Moy.
- Blick: «Bei Spielern wie Egli, Hofmann oder auch dem besten Schweizer Skorer der National League, Rochette, ist das [Nicht-Aufgebot] leicht nachvollziehbar. Sie sind nicht für das intensive Spiel, das auf internationaler Ebene gefragt ist, geschaffen. Und in Mailand wird zudem auf kleineren Eisfeldern als an den letzten Weltmeisterschaften gespielt.»
«Ein Härtefall ist hingegen Moy. Der Lakers-Stürmer war an der letzten WM mit zwölf Punkten der beste Skorer des Schweizer Silber-Teams und hat dabei seine internationale Tauglichkeit unter Beweis gestellt. Über ihn sagte Fischer im Mai: ‹Ich kenne keinen Spieler, der mehr getan hat, um in die Nati zu kommen, als er.›»