Für Pirmin Werner haben die Olympischen Spiele in Livigno doch noch mit einer Medaille geendet. Nachdem der Zürcher am Freitag im Einzel in der Qualifikation mit der höchsten und im ersten Finalteil mit der zweithöchsten Wertung geglänzt hatte, brachte er es im Superfinal nicht mehr zusammen und verpasste als Fünfter eine Medaille. Schon vor vier Jahren war er in Peking an Edelmetall vorbeigeschrammt.
Am Samstag nun die Genugtuung: Für das Schweizer Trio mit Werner, Noé Roth und Lina Kozomara gab es – wenn auch etwas überraschend – die Silbermedaille. «Wir dachten, wir kämpfen um Bronze. Aber es ist natürlich umso schöner, ist es Silber geworden», sagte Werner mit ebendieser Medaille um den Hals.
Olympiabronze hatte der 26-jährige Schaffhauser schon am Freitag im Kopf gehabt: «Ich diskutierte mit Noé, dass Gold und Silber wohl weg sind. Auf dem Papier sind die USA und China klar stärker einzuschätzen», verriet Werner im Medaillengespräch am Samstagabend. Dass es nun sogar Silber wurde, überraschte Roth nicht sonderlich: «Im Team kann alles passieren und mit uns Schweizern ist immer zu rechnen», so der 25-Jährige.
Gefeiert wird mit Rasierer
Für Roth war es bereits die zweite Silbermedaille bei Milano Cortina 2026, nachdem er auch im Einzel am Vortag Zweiter geworden war. «Die Einzelmedaille bedeutet mir sicher mehr. Aber diese ist einfach schön, weil wir sie zusammen feiern können. Und das macht mega Spass», so der Zuger, der im Medaillengespräch auch noch eine kleine Lobeshymne für Werner bereithielt: «Er ist ein Spezialfall. So wie er jemand anderem Erfolge gönnt – das kann nicht jeder.»
Während Werner und Roth abgeliefert haben, lief es der noch deutlich unerfahreneren Kozomara weniger gut. Sie konnte ihre beiden Sprünge nicht stehen. «Ich habe gehofft, dass ich den Jungs mehr helfen kann und sie etwas weniger Druck haben», resümierte sie. Nun sei sie einfach sehr dankbar und stolz auf ihre Teamkollegen.
Egal, wie und wo das Aerials-Team am Samstag seinen Silber-Exploit feiert: Kozomara weiss, was ihr blüht. Am Freitag ist sie noch davongekommen. Nun wird aber auch sie eine neue Frisur bekommen. «Wir wissen noch nicht, wieviel. Aber ein bisschen etwas wird sicher wegkommen», so Kozomara, die Livigno nicht nur mit einer Medaille, sondern auch mit neuer Haarpracht verlassen wird. Im Medaillengespräch bestätigte die 20-Jährige diesen Plan nochmals: «Es steht noch etwas an. Versprochen ist versprochen.»
Für Werner dürfte es nebst einer neuen Frisur zusätzlich ein Tattoo geben – wegen einer Wette mit dem Konditionstrainer, der sich durch den Medaillengewinn auf Werners Körper verewigen darf: «Das haben wir so abgemacht», erklärte Werner mit einem Lächeln. «Das Tattoo wird aber nicht so gross und auch nicht gut zu sehen sein.»