Drei Medaillen hat Marco Odermatt an den 25. Winterspielen geholt, nur die goldene blieb aus. In seiner Paradedisziplin, dem Riesenslalom, wurde der Nidwaldner hinter Lucas Pinheiro Braathen Zweiter. «Von den drei Medaillen hat diese den höchsten Stellenwert», sagte Odermatt im SRF-Studiogespräch am Samstagabend. Er verbinde mit dem «Riesen»-Silber die meisten positiven Emotionen: «In den letzten Wochen stand ich oft auf den Abfahrts-Ski. Im Riesenslalom nun doch ganz vorne mitzumischen, war ganz cool.»
Unmittelbar nach dem Rennen hatte der 28-Jährige noch gewitzelt: «Ich bin selber schuld, dass ich in so vielen Disziplinen fahre». Damit sprach er an, dass Sieger Pinheiro Braathen sich fast drei Wochen auf den Riesenslalom vorbereiten und fokussieren konnte, während er selber schon drei Olympia-Rennen in den Beinen hatte. «Er hat das perfekt umgesetzt. Klar, Gold war das Ziel. Aber dass ich in jedem Rennen da bin, ist unglaublich. Ich bin zufrieden», sagte Odermatt abschliessend.
Klar, Gold war das Ziel.
Teamkollege Loïc Meillard belegte 59 Hundertstel hinter Odermatt den Bronzerang. «Was mich noch stolzer macht als die Medaille, ist, dass ich an drei Events nacheinander im Riesenslalom auf dem Podest gelandet bin», meinte er hinterher strahlend. Dabei war die Strecke in Bormio, die eher «einfach» einzustufen war, nicht auf den Techniker Meillard abgestimmt. «Ich wollte weniger sauber fahren, dafür mehr auf Attacke gehen. Egal, ob Fehler passieren. Das hat sich ausgezahlt», reüssierte der 29-Jährige nach dem Gewinn seiner zweiten Medaille an diesen Spielen.
Tumler bleibt der undankbare 4. Platz
Knapp neben dem Podest landete Thomas Tumler. Dem 36-jährigen Bündner fehlten 28 Hundertstel auf Bronze und Meillard. «Ich bin zum einen stolz, dass ich im wichtigsten Rennen des Jahres meine beste Leistung zeigen konnte. Aber logisch, der 4. Platz tut schon ein bisschen weh», zeigte sich Tumler enttäuscht. «Ich freue mich aber für meine Kollegen. Wir haben gestern noch gewitzelt, dass es an der Zeit wäre für ein gemeinsames Podium. Leider hat das nicht geklappt, aber wir haben im Weltcup noch Chancen.»