Mathilde Gremaud ist ein Phänomen. Bei ihrer 3. Olympia-Teilnahme gewann die Ski-Freestylerin am 9. Februar im Slopestyle bereits zum 4. Mal Edelmetall. Am Montagabend könnte eine 5. Olympiamedaille hinzukommen – notabene bei Gremauds 5. Olympia-Wettkampf insgesamt. Wann immer die 26-Jährige bei Olympia bislang am Start stand, bestieg sie am Ende auch das Podest.
Zweimal Gold, einmal Silber und einmal Bronze zieren Gremauds Olympia-Palmarès. Holt die vierfache X-Games-Siegerin im Big Air erneut Gold, würde sie zu Vreni Schneider, der erfolgreichsten Schweizer Winter-Olympionikin, aufschliessen.
«Ich habe das Potenzial, in Livigno einen 2. Sieg zu holen, das motiviert mich», so Gremaud. Mit Blick auf den Final der besten 12 sagt die Freiburgerin: «Es wird ein Wahnsinnsfinal. Ich muss alles geben und meine besten Sprünge zeigen.»
Der «Switch Double Cork 1440» ... und was noch?
Welche Sprünge sollen Gremaud zum nächsten Gold führen? Am Samstag in der souveränen Quali, welche die Schweizerin hinter Megan Oldham (CAN) und Eileen Gu (CHN) auf dem 3. Platz beendete, zeigte Gremaud einen «Switch Double Cork 1080» und einen «Double Cork 1260». Es waren zwei Sicherheitssprünge, das letzte Risiko ging Gremaud nicht ein. Das wird im Final anders sein.
«Der Plan steht», sagt Gremaud. Wie er genau ausschaut, verriet die Freiburgerin indes nur zur Hälfte, respektive zu drei Vierteln. Sie wird einen «Switch Double Cork 1440» zeigen. Zum anderen Sprung sagt Gremaud nur so viel: «Der Nose Butter wird involviert sein.»
Zeigt Gremaud die nächste Weltneuheit?
Wenn man mit den Trainern spricht, ist herauszuhören, dass Gremaud einen neuen Nose-Butter-Trick aus dem Hut zaubern dürfte. Einen Trick, der noch nie eine Frau gezeigt hat. Jüngst bei den X-Games in Aspen stand Gremaud einen «Nose Butter Double Cork 1260» – bei den Frauen eine Weltpremiere.
Wartet sie in Livigno tatsächlich mit einer weiteren Weltneuheit auf, dann könnte sie diesen Sprung um eine halbe Drehung erweitern auf einen «Nose Butter Double Cork 1440». Oder sie macht etwas ganz anderes. Ihr scheinen keine Grenzen gesetzt.
Gremauds grösste Widersacherin im Kampf um Gold ist wie schon im Slopestyle Gu. Der chinesische Superstar der Branche jubelte vor vier Jahren in Peking im Big Air. Auch Quali-Siegerin Oldham hinterliess einen starken Eindruck.
Andraska kann geniessen
Neben Gremaud ist mit Anouk Andraska eine zweite Schweizerin im Final der besten 12 dabei. Die Appenzellerin qualifizierte sich am Samstag als Zwölfte auf den letzten Drücker für den grossen Showdown. Für die 22-Jährige, welche den Slopestyle-Wettkampf noch ausgelassen hatte, war bereits die Final-Quali ein grosser Erfolg. Sie wird eine Schlussklassierung in den Top 10 anpeilen.