- Die Schweiz scheidet am olympischen Eishockey-Turnier in Mailand im Viertelfinal gegen Finnland dramatisch aus.
- Bis knapp 6 Minuten vor Schluss führt die Nati mit 2:0, die Finnen gleichen aber 72 Sekunden vor Ende der regulären Spielzeit aus.
- In der Verlängerung schiesst Artturi Lehkonen den Favoriten in der 64. Minute mit dem 3:2 in den Halbfinal.
Als die letzten 10 Minuten der regulären Spielzeit anbrachen, hatte die Schweiz soeben eine heikle Unterzahl-Situation überstanden und die 2:0-Führung mit Ach und Krach verteidigt. Der grosse Coup schien nahe, der Olympia-Halbfinal in Sichtweite. Doch die Nati wurde im Viertelfinal Zeuge davon, wie schnell eine Partie im Eishockey kippen kann.
Anschlusstor als Anfang vom Ende
In der 54. Minute fasste sich Sebastian Aho ein Herz, kam mit viel Tempo in die Schweizer Zone und fand mit dem insgesamt 25. finnischen Abschluss einen Weg am bis anhin perfekt aufspielenden Leonardo Genoni vorbei. Jonas Siegenthaler, der den Stürmer der Carolina Hurricanes nicht am Schuss hatte hindern können, nahm dem Schweizer Goalie die Sicht.
Das Anschlusstor setzte bei den Finnen neue Energie frei. Der Olympiasieger von Peking schnürte die Nati in der Folge regelrecht ein und drückte rigoros auf den Ausgleich. Die Schweizer schafften es nicht mehr, dieser Wucht standzuhalten. 72 Sekunden vor Schluss lenkte Siegenthaler bei 5-gegen-6 – Finnland hatte den Goalie durch einen sechsten Feldspieler ersetzt – einen Schuss von Miro Heiskanen ins eigene Gehäuse zum 2:2 ab.
Zwar rettete sich die Schweiz anschliessend in die Verlängerung. Das Momentum lag aber längst bei den Finnen, die sich auch in der Overtime bei 3-gegen-3 klar mehr Chancen herausspielen konnten. Die beste davon nutzte Artturi Lehkonen in der 64. Minute, um die Schweiz nach Hause zu schicken – und Finnland in den Olympia-Halbfinal.
Defensiv lange einwandfrei
Die Schweiz verpasste es, sich für eine in den ersten 50 Minuten speziell defensiv sehr starke Leistung zu belohnen. Offensiv hielt sich die Nati ab dem 2. Drittel vornehmlich zurück, nachdem Damien Riat (15.) und Nino Niederreiter (16.) die Schweiz im 1. Drittel mit einem Doppelschlag innert 72 Sekunden mit 2:0 in Führung gebracht hatten.
Finnland übernahm in der Folge zwar das Spieldiktat, das Team von Trainer Patrick Fischer schaffte es aber über weite Strecken, die Gefahr vor Genoni in Grenzen zu halten – bis zum Anschlusstor von Aho.
Damit verpasste die Schweiz den erstmaligen Einzug in einen Olympia-Halbfinal. Zwar gewannen sie 1928 und 1948 in St. Moritz jeweils Olympia-Bronze, damals wurden die Medaillen allerdings in einer Finalrunde mit vier Teams (1928) beziehungsweise in einer Neunergruppe im Modus «jeder gegen jeden» (1948) vergeben.