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Tückischer Super-G der Frauen Auferstehung der «Tigerin»: Brignone krallt sich Gold

Vor 315 Tagen verletzte sich Federica Brignone schwer. Nun ist die Italienerin erstmals Olympiasiegerin. Die Favoritinnen patzen, die Schweizerinnen enttäuschen auf dem Super-G-Kurs mit Tücken.

Das Podest

  • Gold: Federica Brignone (ITA) 1:23,41 Minuten
  • Silber: Romane Miradoli (FRA) +0,41 Sekunden
  • Bronze: Cornelia Hütter (AUT) +0,52

Es war eine der spannendsten Fragen, die wie ein Damoklesschwert über den Olympischen Spielen schwebte: Wird Federica Brignone fit für Milano Cortina? Am 3. April hatte sie sich bei den italienischen Meisterschaften nach einem üblen Sturz eine mehrfache Fraktur des Waden- und Schienbeinkopfes samt Kreuzbandriss zugezogen. Immerhin konnte sie kurz vor Olympia noch an zwei Weltcuprennen starten.

Die Antwort auf obige Frage wurde auf der Tofana beantwortet: Brignone wurde fit. Und wie! Schon in der Abfahrt hatte sie den beachtlichen 10. Rang herausgefahren. Doch ihr Meisterstück, ihre «opera da maestro», folgte im Super-G. Die Frau mit dem Tiger auf dem Helm zeigte vor allem im unteren Teil eine blitzsaubere Fahrt, überwand im Gegensatz zu etlichen Mitfavoritinnen bei nebligen Bedingungen alle Tücken.

Mit Startnummer 6 stellte sie die klare Bestzeit auf. Dann ging für die 35-Jährige das grosse Zittern los. Doch einigermassen nahe kam ihr nur Romane Miradoli. Wenig später stand fest: Die märchenhafte Auferstehung Brignones ist perfekt, die zweifache Weltmeisterin ist nun auch Olympiasiegerin.

Besondere Geschichten schrieben auch die weiteren Podestfahrerinnen. Miradoli war weder an Olympischen Spielen noch an Weltmeisterschaften unter die Top 10 gefahren. Cornelia Hütter konnte nach den Rängen 7 (Peking), 4 und 5 (Milano Cortina) endlich die langersehnte erste Olympiamedaille einfahren. Ihre Landsfrau, Team-Kombi-Gewinnerin Ariane Rädler, landete eine Hundertstelsekunde dahinter.

Die tückische Strecke

Der Super-G auf der nebligen Tofana war durchaus tückisch gesteckt. Vorab ein verdecktes Tor nach rund 30 Fahrsekunden wurde einigen Fahrerinnen zum Verhängnis. So auch den durchaus ambitionierten Kira Weidle-Winkelmann und Mirjam Puchner, die vor vier Jahren hinter Lara Gut-Behrami Silber gewonnen hatte. Etwas weiter unten schieden dann auch die Mitfavoritinnen Sofia Goggia, Emma Aicher und Ester Ledecka aus.

Die Schweizerinnen

  • 10. Malorie Blanc +1,24 Sekunden
  • 11. Corinne Suter +1,39
  • 17. Delia Durrer +2,54
  • OUT Janine Schmitt

Die (mit Ausnahme von Malorie Blancs Sieg in Crans-Montana) enttäuschende Speed-Saison der Schweizerinnen fand in Cortina d’Ampezzo ihre Fortsetzung. Für Blanc, Siegerin der Hautprobe im Wallis, platzte der Medaillentraum nach 50 Fahrsekunden. Die Fahrerin mit der Startnummer 1 machte vor einem Hügel zu viel Richtung und musste beim folgenden blinden Tor einen grossen Umweg fahren.

Corinne Suter startete mit der absoluten Topzeit, verpasste die Ideallinie im mittleren Sektor jedoch mehrfach. Delia Durrer blieb einem Exploit deutlich fern, Janine Schmitt schied aus.

So geht’s weiter

Am Freitag ruht erstmals an diesen Winterspielen der alpine Skibetrieb. Am Samstag steht dann der Riesenslalom der Männer, am Sonntag jener der Frauen auf dem Programm. Den olympischen Abschluss bilden die Slaloms am 16. (Männer) und 18. Februar (Frauen).

Milano Cortina 2026

SRF zwei, Sportlive, 12.2.26, 11:30 Uhr ; 

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