Die Top-Favoritin
- Mikaela Shiffrin (USA)
Wer in diesem Winter 7 von 8 Slalomrennen gewonnen hat, tritt selbsterklärend auch beim Saison-Highlight als grosse Favoritin an. Mikaela Shiffrin wird beim letzten Ski-Alpin-Event an den Olympischen Spielen Milano Cortina 2026 die Frau sein, die es zu schlagen gilt. 12 Jahre ist es her, seit Shiffrin in Sotschi Slalom-Gold gewonnen hat. Seither ging es für sie an Olympia in ihrer Paradedisziplin nicht mehr auf: In Pyeongchang wurde Shiffrin Vierte, in Peking erlebte sie mit dem Out im Slalom, Riesenslalom und in der Kombi ein komplettes Debakel.
Auch in Cortina d'Ampezzo ist es für die beste Slalomfahrerin der Geschichte nicht wunschgemäss angelaufen. In der Team-Kombi konnte sie die Steilvorlage von Breezy Johnson überraschend nicht nutzen und stellte im Slalom nur die 15.-beste Zeit auf. Nicht gerade das, was man sich unter Selbstvertrauen tanken vorstellt. Gleiches gilt für Rang 11 im Riesenslalom – Shiffrins zweitschlechtestem Resultat in diesem Winter.
Die Herausforderinnen
- Camille Rast (SUI)
- Wendy Holdener (SUI)
- Lara Colturi (ALB)
- Paula Moltzan (USA)
- Emma Aicher (GER)
- Katharina Truppe (AUT)
Hinter Shiffrin gibt es mehr als eine Hand voll Anwärterinnen auf die Medaillen, wobei Camille Rast gemessen an den bisherigen Saisonresultaten wohl die erstgenannte sein dürfte. Die Walliserin ist die Einzige, die Shiffrin in diesem Winter bezwingen konnte und stand zudem vier weitere Male auf dem Slalom-Podest. Allerdings: Rast macht kein Geheimnis daraus, dass ihr der eher flache Hang in den Dolomiten und die eher weichen Bedingungen nicht besonders liegen. Im Anschluss an den Riesenslalom (12.) sprach sie mit einem eher gequälten Lächeln von einer «Juniorenstrecke».
Ziemlich wohl fühlt sich dafür Wendy Holdener. Die Schwyzerin setzte in der Team-Kombi mit der zweitschnellsten Slalom-Zeit ein Ausrufezeichen. Auf den Riesenslalom verzichtete Holdener kurzfristig. Ihr voller Fokus liegt auf dem Spezialslalom und darauf, ihre dritte Olympiamedaille in Folge in dieser Disziplin zu gewinnen.
Neben den mehrfachen Podestfahrerinnen Lara Colturi und Allrounderin Emma Aicher, die bei den 25. Winterspielen bereits in Abfahrt und Team-Kombi Silber gewonnen hat, wollen auch Paula Moltzan und Katharina Truppe ein Wort um die Medaillen mitreden. Beide haben – wie auch Lena Dürr – einen Podestplatz in diesem Winter vorzuweisen.
Die weiteren Schweizerinnen
- Eliane Christen
- Mélanie Meillard
Gespannt sein darf man auf den Auftritt von Eliane Christen, die mit zwei Top-10-Plätzen im Gepäck nach Cortina reiste. Die Urnerin ist erstmals an Olympischen Spielen dabei und kann ohne Druck antreten. Im Team-Kombi-Slalom nahm sie volles Risiko und schied nach starken Zwischenzeiten aus. Während Christen zu den Aufsteigerinnen der Saison gehört, erlebte Mélanie Meillard bisher einen durchzogenen Winter. Auch sie schied im Kombi-Slalom aus.
Das Podest 2022 in Peking: Was liegt für Vlhova drin?
- 1. Petra Vlhova (SVK)
- 2. Katharina Liensberger (AUT)
- 3. Wendy Holdener (SUI)
Ihr Comeback hat Petra Vlhova zwar bereits im Slalom der Team-Kombination gegeben. So richtig im Rampenlicht stehen wird die Slowakin aber am Mittwoch. Ob ihr ein Märchen à la Federica Brignone gelingt? Die Chancen dafür sind wohl eher klein. Nach fast zwei Jahren Verletzungspause ist dabei sein aber schon fast alles. Katharina Liensberger verpasst die Spiele in Italien verletzt.