Loïc Meillard hat es geschafft: Mit seinem Slalom-Sieg in Bormio sicherte sich der Walliser erstmals in seiner Karriere Olympiagold. Er besitzt nun einen kompletten Satz an Medaillen bei Winterspielen – alle drei Exemplare errang er bei Milano Cortina 2026. «Es ist einfach unglaublich, in einem Jahr Gold, Silber und Bronze zu holen», so Meillard nach seinem grossen Coup. In einem Jahr? Innerhalb von nur einer Woche! Eine hervorragende Ausbeute des 29-Jährigen.
Mit dem Goldgewinn einher geht bekanntlich auch der anschliessende Interviewmarathon. Im SRF-Studiogespräch am Abend bestätigte Meillard: «Ich hatte kurz 5 Minuten unter der Dusche, da konnte ich etwas analysieren. Aber es gibt so viel zu tun.»
Spiele mit den Teamkollegen helfen
Der Walliser, der in diesem Winter im Weltcup (noch) keinen Slalom gewinnen konnte, schaffte es einmal mehr, bei einem Grossanlass den «All-in-Schalter» umzulegen. Er erklärt sich diese Tatsache auch mit dem Teamzusammenhalt in Bormio: «Im Weltcup geht es von einer Station zur nächsten. Bei Olympia können wir ein paar Tage lang zusammen mit dem Team sein, zusammen Sport machen oder Spiele spielen am Abend. Diese Kleinigkeiten helfen.»
Eine grosse Sache bestätigte Meillard zum Ende des Gesprächs hin noch: Er und seine Lebenspartnerin Zoé Chastan werden Eltern. «Ich freue mich riesig. Die schönste Medaille folgt im Sommer.»
Meillard realisierte Olympiasieg als Zuschauer
Im Zielraum nach seinem Triumph hatten Meillard noch etwas die Worte gefehlt. Ob es der grösste Moment in seiner Karriere sei, wird er gefragt: «Ich weiss nicht. Auch die WM im letzten Jahr wird immer in Erinnerung bleiben», sagte Meillard fast schon zurückhaltend. An der WM in Saalbach hatte er mit 2 Mal Gold und 1 Mal Bronze ebenfalls im grossen Stil abgeräumt, wurde nach einem fantastischen Lauf Slalom-Weltmeister – vor einem gewissen Atle Lie McGrath, der tragischen Figur des Olympia-Slaloms.
Als der Norweger, der bei Halbzeit souverän in Führung gelegen hatte, seinen 2. Lauf in Angriff nahm, schaute Meillard gebannt nach oben. Wohlwissend, dass er in jedem Moment zum Olympiasieger aufsteigen könnte. Genau so kam es: McGrath fädelte nach rund 15 Fahrsekunden ein, Meillards Olympia-Triumph stand fest. Dem Romand, den Tränen nahe, war die Ungläubigkeit ins Gesicht geschrieben.
Der perfekte Lauf gelang Meillard nicht – wohl auch deshalb konnte er das plötzlich Erreichte gar nicht realisieren. «Ich habe gemerkt, dass ein paar Fehler in meinem Lauf drin waren. Ich war teils etwas zu spät dran und musste dann wieder Speed aufnehmen. Ich habe aber alles probiert. Darauf bin ich sehr stolz», analysierte Meillard sein Rennen.
Ich bin jetzt froh, dass alles fertig ist.
Dank einer starken 2. Rennhälfte, in der er 42 Hundertstel aufgeholt hatte, konnte er den bis dato Führenden, Fabio Gstrein (AUT), noch überflügeln – trotz müden Beinen. Er sei froh, dass nun alles vorbei ist, meinte ein lächelnder Meillard und verriet: «Ich war vor dem 2. Lauf schon ein bisschen müde.» Zu erkennen war dies bei seinem Gold-Lauf allerdings überhaupt nicht.