Lewis Hamilton rechnete knallhart mit sich ab. «Nutzlos, absolut nutzlos» sei er, motzte der Rekordweltmeister in Budapest, die eigene Leistung so «schrecklich», dass Ferrari «wahrscheinlich den Fahrer wechseln» sollte. Zwölf Monate nach Hamiltons bemerkenswerter Selbstgeisselung kehrt die Formel 1 nun an den Hungaroring zurück – und die «Scuderia» ist heilfroh, dass sie den Worten ihres zutiefst enttäuschten Superstars keine Taten hat folgen lassen.
«Eines Tages, wenn ich meine Dokumentation drehe, werde ich euch alles über dieses Wochenende erzählen und darüber, was dazu geführt hat», sagte Hamilton vor dem GP von Ungarn. Nun sei er «meilenweit entfernt von dem Punkt, an dem ich letztes Jahr war». Statt am Boden zu liegen, strotzt Hamilton wieder vor Motivation und Selbstvertrauen – und befindet sich mitten im Titelkampf der Königsklasse.
Vor der Sommerpause liegt Hamilton als erster Verfolger von Mercedes-Shootingstar Kimi Antonelli nur 45 Punkte zurück. Der Traum vom historischen achten Triumph, der spätestens im vergangenen Jahr in Budapest endgültig geplatzt schien, und vom ersten Ferrari-Titel seit Kimi Räikkönen 2007 lebt. «Ich bin stolz auf alle im Team und ich bin stolz auf mich selbst. Darauf, dass ich mich aus dieser Situation, in der ich war, wieder herausgekämpft habe», sagte der 41-Jährige.
Ist Antonelli zu knacken?
Der Brite gilt als «King of Hungaroring», seine acht Erfolge sind unübertroffen, genauso wie die 487 Führungsrunden, an die kein anderer Fahrer auf irgendeiner Strecke herankommt.
Mercedes und vor allem Antonelli, der jüngst in Spa zum Siegen zurückgefunden hat, seien zwar «nach wie vor der Massstab, und es wird dieses Wochenende nicht leicht sein, sie zu schlagen. Aber ich denke, wir haben kleine Fortschritte gemacht. Hoffentlich können wir uns mit ihnen messen.»